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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 05:15 Uhr

Winterdienst : Die Stadt soll wieder übernehmen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anlieger der Rendsburger Straße wollen die Räumpflicht vor ihren Haustüren nach 20 Jahren wieder an die Stadt abtreten. Sie verweisen auf das neue Gewerbegebiet Nord, das ihnen zusätzlichen Verkehr beschert.

von
erstellt am 23.Feb.2014 | 19:06 Uhr

Wie viel Verantwortung tragen Anlieger für den Fuß- und Radweg vor ihrer Haustür? Wann sind die Anlieger mit ihren Streu- und Räumpflichten überfordert – und sollen sie sie dann an die Stadt abgeben dürfen? – Morgen wird die Ratsversammlung die neue Gebührensatzung zur Straßenreinigung beschließen und dabei wohl auch solche Fragen beleuchten.

Konkreten Anlass dazu geben rund 40 Anlieger an der Rendsburger Straße, die nach über 20 Jahren den Winterdienst vor ihren Türen an die Stadt zurückgeben wollen. Nach durchaus kontroverser Debatte erhielten sie dafür schon mal die Unterstützung des Stadtteilbeirats Gartenstadt.

Das Argument der Anlieger: Mit der Ausweisung des neuen Gewerbegebiets Nord verliere die alte Rendsburger Straße zwischen Stover Weg und Stoverbergskamp ihre einstige Stadtrandlage. Vielmehr werde die Rendsburger Straße zu einem Hauptzubringer in den neuen Logistikpark, in dem Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras zufolge schon in wenigen Jahren bis zu 3000 Beschäftigte arbeiten könnten.

Fährt dann nur jeder zehnte Beschäftigte mit den Rad zur Arbeit, rollt hier morgens mehr Radverkehr vorbei als auf vielen anderen Hauptverkehrsstraßen, auf denen die Stadt den Winterdienst selbstverständlich übernehme, argumentiert Peter Lührs. Der Hausbesitzer fordert daher, die Rendsburger Straße in der Straßenreinigungssatzung neu einzuordnen: „Die Anlieger können die Verkehrssicherungspflicht bei diesem Verkehrsaufkommen nicht mehr tragen“, meint Lührs, die Stadt müsse den Winterdienst für den Rad- und Fußweg übernehmen. 44 von knapp 50 betroffenen Anliegern haben eine entsprechenden Appell von Lührs an die Stadt unterzeichnet.

Der Stadtteilbeirat Gartenstadt tat sich zunächst schwer mit dem Antrag. Stadtteilvorsteher Martin Kriese wollte keinen Präzedenzfall schaffen, der bestimmte Anlieger gegenüber anderen bevorzugt. Letztlich gestand der Beirat der Rendsburger Straße aber doch eine Sonderrolle zu. Immerhin hatte der Beirat selbst bei der Stadt auf die Verlängerung des Radweges bis ins geplante Gewerbegebiet gedrängt, um möglichst viele künftig Beschäftigte zu bewegen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Ratsfrau Helga Bühse (CDU), auf der Beiratssitzung in der Gartenstadt zugegen, sieht den Wunsch der Anlieger pragmatisch. Mit der Überarbeitung der Straßenreinigungssatzung könne „selbstverständlich“ auch die Zuordnung bestimmter Straßen zu den Reinigungsklassen angepasst werden. Ähnliche Wünsche gebe es auch aus anderen Stadtteilen, etwa am Krückenkrug in Einfeld. Der Wechsel des Winterdienstes von den Anliegern auf die Stadt sollte grundsätzlich durchaus möglich sein. „Warum denn nicht, wenn er gut begründet ist, sich die Anlieger einig und auch bereit sind, die höheren Gebühren dafür zu tragen?“, meint die Ratsfrau. Sie kündigte an, das Thema in den Rat zu tragen.

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