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Seniorengerechtes Wohnen : Die Stadt soll sich mehr um Stadtteile kümmern

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) mahnt mehr seniorengerechten und barrierefreien Wohnraum an

Neumünster | Neumünsters Landtagsabgordnete Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) fordert von Stadtplanern und Wohnungswirtschaft größere Anstrengungen, den Menschen ein lebenslanges Wohnen im angestammten Quartier zu ermöglichen. Die Menschen wollten heute in ihrem Quartier alt werden, die Wohnungswirtschaft tue gut daran, sich rechtzeitig auf die veränderten Bedingungen einzustellen, sagte die SPD-Politikerin gestern im Anschluss an ein Bürgergespräch zum Thema Wohnen. An Stadtplaner und Investoren appellierte sie, die von Bund und Land aufgelegten Programme zur Förderung des Wohnungsbaus zum Vorteil der älteren Generation zu nutzen.

Die älter werdende Gesellschaft stelle neue Anforderungen an Wohnungsbaugesellschaften und Vermieter, unterstützte Heinz Fieroh, Vorsitzender des Seniorenbeirats, den Appell. In fast allen Stadtteilen fehlten kleine barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen, sagte Fieroh. Bei Neu- und Umbauten sollten diese Wohneinheiten idealerweise um gemeinsam zu nutzende Gruppenräume angesiedelt werden, die die Senioren etwa für Geburtstage oder Familienfeiern nutzen könnten, so der Seniorenbeirat. Zwar sei es illusorisch, den Tante-Emma-Laden ins Quartier zurück zu holen, sind sich Fieroh und Eickhoff-Weber einig, grundsätzlich gelte es aber, die Stadtteile wieder verstärkt zum Mittelpunkt zu machen. Wie das funktioniere, habe man in der Böcklersiedlung erfolgreich vorgemacht, sagte Kirsten Eickhoff-Weber. Nach jahrelanger Stagnation gebe es dort heute wieder eine gesunde Mischung von Jung und Alt, lobte die Landespolitikerin und forderte generell mehr Aufmerksamkeit für die Stadtteile: „Stadtentwicklung ist nicht nur der Großflecken!“

Vehement verteidigte die Landtagsabgeordnete die Auflagen, mit denen das Land die angekündigte Förderung für den sozialen Wohnungsbau verknüpft. Danach verpflichten sich Investoren, die das Programm in Anspruch nehmen, ein Fünftel der geschaffenen Wohnungen für Flüchtlinge zu reservieren. Der frühere SPD-Innenminister und heutige Geschäftsführer des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, hatte das gestern in unserer Zeitung heftig kritisiert. Die Auflage schrecke Investoren eher ab, so Breitner. „Wer die Fördermittel in Anspruch nehmen will, muss auch die Bedingungen akzeptieren“, sagte Eickhoff-Weber.

Seniorenbeiratsvorsitzender Heinz Fieroh mahnte, die Integrationsbereitschaft der älteren Generation nicht zu unterschätzen: Viele ältere Menschen seien Fremden gegenüber zunächst zwar sehr skeptisch, sagte Fieroh, „dort, wo sie länger zusammenleben, klappt es aber in der Regel sehr gut.“

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erstellt am 27.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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