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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 02:08 Uhr

Baupläne Seekamp : Die Stadt rudert zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

130 Einfelder kamen zur Sitzung des Stadtteilbeirats Einfeld. Der Bau-Plan für das Grundstück des früheren Jugendheims am See wird geändert

Die Verwaltung hat auf die Kritik an ihrem Bebauungsvorschlag für das Grundstück des ehemaligen Kirchenkreis-Jugendheims am Seekamp reagiert: Stadtplaner Bernd Heilmann stellte am Dienstag auf der Stadtteilbeiratssitzung in Einfeld eine deutlich geänderte Planung vor. Auch Stadtteilvorsteher Sven Radestock hatte die ursprüngliche Planung als viel zu massiv kritisiert. Mehr als 130 Einfelder verfolgten die Sitzung, darunter viele Anlieger, die sich in einer „Interessengemeinschaft Seekamp“ zusammengefunden haben.

Heilmann wehrte sich gegen die Vorwürfe: 50 Wohneinheiten, wie von den Kritikern behauptet, „wären gar nicht möglich und zulässig“. Er sprach von vielleicht neun bis zwölf Wohnungen, wenn die Maßzahlen voll ausgeschöpft werden. Und genau diese Größen hat die Verwaltung inzwischen verschärft. So sollen auch im größten der drei vorgesehenen Baufelder höchstens noch 20 statt bisher 30 Prozent der Fläche bebaut werden dürfen. Auch Staffeldachgeschosse sind nun ausgeschlossen, und die Höhe der Gebäude soll beschränkt werden. Heilmann nannte als maximal zulässige Firsthöhe zehn Meter.

Damit war auf der Sitzung schon einiges an Dampf aus dem Kessel. Es gab aber auch grundsätzliche Einwände gegen das Vorhaben. Warum sollen überhaupt Einfamilienhäuser oder Villen entstehen?, lautete eine Frage. Die bisherige Nutzung als Jugendheim schreie förmlich nach einer öffentlichen Nutzung, sagte ein Zuhörer und schob nach: „Ich habe den Eindruck, dass es schon betuchte Interessenten gibt.“ Das wies Stadtplaner Bernd Heilmann aber energisch zurück.

Viele Einfelder wünschten sich auch eine gehobene Seniorenwohnanlage. Das knapp 6000 Quadratmeter große Grundstück sollte als Parklandschaft erhalten werden und von den Bürgern genutzt werden dürfen, lautete ein anderer Vorschlag. Die Stadt habe über den Grundstücksvertrag alle Möglichkeiten, Maßgaben für den Käufer oder Investor festzulegen, sagte Heilmann. Ein Hotel oder eine Seniorenwohnanlage wären aber nur über die Aufstellung eines Bebauungsplans möglich.

Der Stadtteilbeirat blieb dennoch skeptisch und sprach sich in seiner Stellungnahme dagegen aus, das Grundstück von vornherein in drei Baugrundstücke zu gliedern. Neben einer Wohnbebauung sollten auch andere Nutzungen berücksichtigt und der parkähnliche Charakter des Grundstücks erhalten werden.

Der Bauausschuss hat das Thema Seekamp heute auf der Tagesordnung. Eile scheint aber nicht geboten: Die Verwaltung werde voraussichtlich die alte Planung zurückziehen und einen „Vorschlag mit diesen neuen Parametern“ zur späteren Beratung erstellen, kündigte Heilmann an. „Die politische Diskussion über das Thema hat noch gar nicht stattgefunden“, sagte der Bauausschuss-Vorsitzende Axel Westphal (SPD).

 

 

 

 

 

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erstellt am 26.Sep.2013 | 07:30 Uhr

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