Stadthalle : Die Stadt hat kein Interesse am Landestheater

Die Stadthalle (links) birgt das Theater. Zum ersten Mal hob sich dort 1986 der Vorhang.
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Die Stadthalle (links) birgt das Theater. Zum ersten Mal hob sich dort 1986 der Vorhang.

Die Auslastung im Theater ist gut, viele junge Leute – da gibt es keinen Platz für zu viele Inszenierungen des Landestheaters

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01. März 2014, 06:45 Uhr

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater kommt in finanzielle Schwierigkeiten, weil in Schleswig keine neue Spielstätte gebaut wird. Sollte sich Neumünster mit seinem auch nach 28 Jahren immer noch modernen und schönen Theater ins Spiel bringen? Kultur-Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth hat das auch überlegt – aber sich dann dagegen entschieden.

Die Stadt Schleswig hat es am Donnerstag abgelehnt, ein neues Theater zu bauen. Damit bricht dem Landestheater (LT) eines von drei wichtigen Häusern weg (neben Rendsburg und Flensburg); künftig wird es auf der Einnahmenseite ein großes Loch geben, das das ganze Konstrukt ins Wanken bringen könnte (der Courier berichtete).

Das LT bringt in dieser Spielzeit 30 Inszenierungen plus viele Puppentheater und Sinfoniekonzerte. Dafür wären in Neumünsters Theater schlicht nicht genug Termine frei. „Wir buchen das LT gern und häufig, aber wenn wir offizielle Spielstätte wären, müssten wir alles zeigen. Dann wäre für viele andere Dinge kein Raum“, sagt Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth. In dieser Saison steht das LT sieben Mal auf Neumünsters Spielplan.

Nach wiederholter Kritik der Ratsversammlung am zu hohen Defizit des Theaters in der Stadthalle hat die Kulturverwaltung vor ein paar Jahren neue Wege eingeschlagen. Das teure Opern-Abonnement wurde aufgegeben, dafür andere Gruppen erschlossen: „Kultur mit Biss“ wurde in die Stadthalle geholt, neue Projekte wie Theaterstürmer, Kinobühne und die Kammerspielreihe Freiraum wurden entwickelt. Humpe-Waßmuth: „Wir haben die Schulen ins Boot geholt, bieten Theaterworkshops an und haben jetzt generell mehr junge Leute im Haus.“

Rund 42 000 Besucher werden pro Saison gezählt. Die Auslastung ist in den vergangenen Jahren von gut 60 Prozent auf 70 bis 75 Prozent und damit klar über den Bundesdurchschnitt gestiegen. Und das soll nach Ansicht der Stadt auch so bleiben, mindestens. Seite 12

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