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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 21:35 Uhr

Die Stadt hat die ersten Heimarbeiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Interesse an Arbeit am heimischen Computer ist groß / Mitarbeiter schätzen das familienfreundliche Modell

Die Stadtverwaltung geht mit der Zeit und hat die ersten sogenannten Telearbeitsplätze eingerichtet. Mitarbeiter können einen Teil ihrer Arbeit am heimischen Computer erledigen und so etwa Kindererziehung und Beruf besser unter einen Hut bringen.

Das Modell kommt nicht für jeden der etwa 1300 städtischen Mitarbeiter in Frage. Ein Feuerwehrmann kann nicht von zu Hause aus löschen. „Aber das Interesse ist groß, und wir kommen dem Wunsch gerne nach, weil wir als Arbeitgeber attraktiv sein wollen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. Von 750 Mitarbeitern mit einem PC-Arbeitsplatz zeigten sich 112 oder etwa 15 Prozent interessiert. Zu den acht Frauen und einem Mann, die die Telearbeit in einer Pilotphase ausprobieren durften, gehören auch die Leiterin der Bußgeldstelle, Alexandra Dunst, und Inken Kracht, die als Sachbearbeiterin im Fachdienst Soziale Hilfen arbeitet.

Bei Alexandra Dunst endete nach der Geburt ihres jüngsten Kindes im Mai 2010 die Elternzeit. Es besucht eine Krippe. „Dennoch ist eine Vollzeitstelle mit einem kleinen Kind ein ganz schöner Spagat“, sagte die 41-Jährige, die mit ihrem Wunsch nach Telearbeit das neue Modell mit ausgelöst hat. Elf Stunden arbeitet sie jetzt von zu Hause aus, 30 Stunden ist sie in der Dienststelle.

Auch Inken Kracht (45) stieg nach einer Elternpause wieder ein und ist begeistert. „Ich habe nur vormittags einen Kita-Platz und war bisher auf die Betreuung durch meine Mutter angewiesen“, sagte sie. Jetzt ist sie zu den Sprechzeiten ganz normal im Büro und arbeitet nachmittags, wenn die Kita aus ist, von zu Hause aus.

Und das nach einer Prüfung durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und mit dem Segen des Personalrats, der Gleichstellungsbeauftragten und des Datenschutzbeauftragten der Stadt. Schließlich geht es oft auch um sensible Daten. Sie werden daher auch nicht auf dem heimischen PC gespeichert und verarbeitet, das geschieht ausschließlich auf den Datenservern der Stadt. Die Ausstattung mit einem Computer und eventuell einem Diensthandy stellte die Stadt.

Das kostet pro Telearbeitsplatz etwa 2000 Euro, ist aber gut angelegtes Geld, meint der Verwaltungschef. „Wir wollen kreativ sein, um attraktive Arbeitsplätze zu stellen. Das müssen wir auch angesichts des demografischen Wandels“, so Tauras. Der Kampf um Fach- und qualifizierte Nachwuchskräfte lässt auch die öffentliche Verwaltung nicht unberührt. Bei den interessierten Mitarbeitern nannten die meisten die Betreuung von Familienangehörigen als Motiv. Es folgen die Entfernung zum Arbeitsplatz und das Plus an Flexibilität. Pro Jahr will die Stadt nun jeweils zehn neue Telearbeitsplätze einrichten.

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