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Nortorf : Die Stadt forciert den Ausbau des Breitbandnetzes

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor der Entscheidung steht die Bestandsaufnahme.

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 05:30 Uhr

Gestern waren es die E-Mail und das Surfen im Netz, die die Messlatte für die Internetversorgung festlegten, heute sorgen Dienste wie TV-Streaming oder das Arbeiten in der Cloud für einen deutlich höheren Anspruch an die Netzgeschwindigkeit. Das Zauberwort heißt Glasfaser-Breitbandnetz – auch in Nortorf, wo man sich jetzt aktiv an die Planung wagt.

Bereits Anfang 2013 haben die Stadtwerke Nortorf in einer Grobstudie den Markt analysiert, um grundlegende Fragen zu klären: Ist überhaupt ein Bedarf für eine Breitbandversorgung vorhanden? Welche Mitbewerber sind in Nortorf aktiv? Und vor allem: Welche Investitionen sind für eine flächendeckende Versorgung nötig? Denn für den Stadtwerke-Vorstand Winfried Bentke ist klar: „Wir werden uns nur in diesem Bereich engagieren, wenn sich der Aufwand auch rechnet.“ Ohne einen bankenfesten Investitionsplan sei die Verantwortung einfach zu groß. Immerhin stehen Investitionen von rund acht Millionen Euro für eine flächendeckende Versorgung im Raum, allein jeder Meter Glasfaser-Breitbandnetz kostet 70 Euro.

Derzeit sind die Stadtwerke ohnehin nur beratend aktiv, denn das Projekt „Breitbandversorgung“ ist im Vorjahr in den Verantwortungsbereich der Stadt Nortorf übergegangen. Der Grund ist so einfach wie überzeugend: Im Zuge der Auswertung der Grobstudie warf der Verwaltungsrat der Stadtwerke die Frage auf, in wie weit Fördermittel für das Projekt verfügbar seien. Schnell wurde klar: Solche Mittel stehen bei der EU zum Abruf bereit, antragsberechtigt ist jedoch wegen der erwiesenen Unterversorgung vor Ort mit schnellem Internet nur die Stadt Nortorf.

Dort war man sich schon lange über die Bedeutung der Breitbandversorgung als Standortvorteil im Klaren. Bürgermeister Horst Krebs betonte immer wieder, dass eine schnelle Internetversorgung nicht nur für die bestehenden Gewerbetreibenden, sondern auch für potentielle „Neuansiedler“ unabdingbar sei, und für die Bevölkerung sei diese Technologie von immer größerer Bedeutung im privaten Bereich. Auch Peter Gebhard vom Verein Handel Handwerk und Industrie stellt klar: „Breitband-Internet ist eindeutig ein wichtiges Argument für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes und gehört heute eigentlich zum Standard. Es ist nicht nur wichtig, es ist fast schon notwendig.“ Für Gebhard – selbst Unternehmer im IT-Bereich – ist das Thema Breitband-Versorgung auch ein Faktor bei langfristigen Investitionsentscheidungen: „Man muss wissen, dass es kommt, dann kann man heute Entscheidungen für morgen treffen.“

Die Nortorfer Stadtverordneten sprachen sich vor diesem Hintergrund im Dezember 2013 für eine Finanzierung der weiteren Planung aus: 160 000 Euro wurden bereitgestellt, wobei das Geld nur im Falle eines positiven Förderbescheides seitens der EU auf den Weg gebracht wird – immerhin würden durch die Fördergelder rund 100 000 Euro wieder zurück in den Stadtsäckel fließen.

Im Frühjahr, so erläutert Uwe Lohse Lohse vom Fachbereich Wirtschaft und Finanzen, der das Projekt von Seiten der Stadt Nortorf betreut, werden Gespräche mit Planungsbüros geführt, „diese können dann Angebote für die Umsetzung der weiteren Analysen abgeben. Auf dieser Grundlage stellen wir dann den Förderantrag.“

In jedem Fall stehe als nächstes eine genaue Zustandsanalyse auf der Agenda, sagt Uwe Lohse. Über das weitere Vorgehen kann erst im Anschluss entschieden werden.


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