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Finanzen : Die Stadt baut weiter kräftig Schulden ab

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Haushaltsüberschuss lag 2016 bei 18,5 Millionen Euro

von
erstellt am 25.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Steuereinnahmen sprudeln reichlich, der Sparkurs der 2011 eingeleiteten Haushaltskonsolidierung trägt Früchte. Das Ergebnis ist ein Rekord-Haushaltsüberschuss von 18,5 Millionen Euro, den die Stadt zum Schuldenabbau nutzt. Zum 31. Dezember 2016 stand Neumünster mit knapp 139 Millionen Euro in der Kreide – das sind 23 Millionen Euro oder 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Pro-Kopf-Verschuldung ging von 2069 auf 1755 Euro zurück.

So kräftig baute keine andere kreisfreie Stadt ihre Verbindlichkeiten ab. Das zeigt eine Aufstellung des Statistikamts Nord, die die Kernhaushalte der Städte und Gemeinden (ohne kommunale Beteiligungen) in den Blick nimmt. Kiel konnte seinen Schuldenberg um 1 Prozent abbauen und hat rein rechnerisch je Einwohner 2295 Euro Schulden. Lübeck verzeichnete einen Rückgang um 6 Prozent, ist mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3430 Euro Schlusslicht im Land. In Flensburg, das Bereiche wie das Technische Betriebszentrum ausgelagert hat und deshalb rein rechnerisch „nur“ 1510 Euro Schulden je Einwohner hat, stieg der Schuldenberg sogar um 16 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass Neumünster seine Kassenkredite, die man am besten mit dem teuren Überziehen des Girokontos vergleichen kann, auf nur noch 1,9 Millionen Euro reduziert hat. Dickster Posten beim Steueraufkommen war 2016 die Gewerbesteuer. Die Wirtschaft brummt, die Unternehmen steuerten so 46,6 Millionen Euro bei. Die darf die Stadt allerdings nicht komplett behalten, erläuterte Hans-Günter Szislo, der Leiter des Fachdienstes Haushalt und Finanzen. 7,94 Millionen Euro gehen als Umlage ab.

Die weiteren Gemeindesteuern sind die Grundsteuer A für landwirtschaftliche Grundstücke mit gut 60  000 Euro und die Grundsteuer B für Wohn- und Geschäftsgebäude mit einem Aufkommen von 13,35 Millionen Euro. Die Spielautomatensteuer brachte 1,44 Millionen Euro ein, die Hundesteuer 480  000 Euro, die Zweitwohnungssteuer 185  000 Euro.

Neumünsters Anteil an der Einkommenssteuer belief sich auf gut 24 Millionen Euro, bei der Umsatzsteuer auf knapp 4,7 Millionen Euro. An Schlüsselzuweisungen, etwa für übergemeindliche Aufgaben, landeten 60,2 Millionen Euro auf dem Konto der Stadt. Die Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs hat Neumünster besser gestellt. Szislo: „Das Land tut mehr für die kreisfreien Städte, die als Oberzentren übergeordnete Aufgaben und größere soziale Lasten haben.“ Das ist bei den kleinen Gemeinden in Neumünsters Umland anders, viele sind deshalb sogar schuldenfrei.

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