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Die Schwimmlehrerin der Neumünsteraner hört auf

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Anke Gustafsson übergibt ihre Schwimmschule / Mehr als 4000 Kinder haben bei ihr Schwimmen gelernt

Neumünster | Es fällt ihr nicht leicht, aber sie hat sich zu diesem Schritt durchgerungen: Anke Gustafsson hat 30 Jahre mit Herzblut die Schwimmschule der Startgemeinschaft Neumünster (SGN) geleitet und gibt jetzt ihr Ehrenamt in jüngere Hände ab. "Wenn oben alles auf dem Berg ist, dann muss man aufhören", sagt die resolute 70-Jährige.

Generationen von Neumünsteranern haben bei ihr Arm- und Beinschlag, Atmung und das Gefühl für das Wasser gelernt. Wenn sie die Jahrzehnte durchzählt, waren es etwa 4200 Kinder. "Inzwischen kommen schon Kinder derjenigen, denen ich das beigebracht habe", sagt sie ein bisschen wehmütig. Sie hat in Nicole Andres (33) aus Timmaspe und Birte Zimmermann (44) aus Gadeland zwei Nachfolgerinnen gefunden und ist sehr froh darüber.

Viele können sich gar nicht vorstellen, dass Anke Gustafsson wirklich aufhört. "Das ist ja ein Ding, geht ja gar nicht!", ist einer der Kommentare der vielen Bekannten, die sie rund um das Bad am Stadtwald hat. Dort nehmen sie und ihr zehnköpfiges Team ("ohne das wäre ich gar nichts") etwa 35 Kindern pro Monat die Angst vor dem nassen Element.

Mit Ansagen wie "nicht Fahrrad fahren, sondern Beine lang machen" oder der lustigen Übung "Treibholz" machen sie die Kinder mit dem Wasser vertraut. Viele Kinder entpuppen sich schnell als Wasserratten, manche haben aber auch eine tief sitzende Angst vor dem Wasser. Mit viel Liebe, Einfühlungsvermögen und Geduld schafft Anke Gustafsson es, dass die Kinder erst auf dem Bauch, dann auch auf dem Rücken schwimmen und sogar rückwärts tauchen können.

Im Durchschnitt dauert es drei Monate, bis das Seepferdchen-Abzeichen geschafft ist. Zweimal in der Woche gibt es den Unterricht. Aber derzeit stehen 35 Kinder auf der Warteliste.

"Das Schönste ist der Glücksmoment für Kinder und Eltern, wenn die Kinder sagen, dass sie es geschafft haben", sagt sie. Denn schwimmen zu können, das schützt nicht nur vor dem Ertrinken, sondern es macht auch selbstbewusst. Doch immer mehr Eltern hätten keine Ausdauer oder kein Geld. Die Folge: Immer weniger Kinder lernen schwimmen.

Ihre Nachfolgerin Nicole Andres hat bereits Erfahrung. Früher unterrichtete sie in Hamburg in einem Schwimmverein und hat auch eine Trainerlizenz. Birte Zimmermann ist ehemalige Leistungsschwimmerin; beide sind befreundet. Ihre Töchter Mia und Hannah lernten bei Anke Gustafsson schwimmen. "Man muss individuell und kreativ unterrichten, jedes Kind ist anders. Man muss die richtige Balance zwischen Disziplin und Spaß finden", sagt Nicole Andres, die seit einem Jahr dabei ist.

Gesucht werden immer weitere Helfer. Wichtiger als eine Rettungsschwimmerlizenz, die nicht zwingend erforderlich ist, ist die Liebe zu Kindern. Wer interessiert ist, meldet sich unter Tel. 04 39 32/9 20 94 53.

Im Internet:

www.sg-neumuenster.de

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erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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