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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 00:06 Uhr

Die Schmerzambulanz ist gerettet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Berufungsausschuss gibt dem Widerspruch von Dr. Klaus Wittmaack statt / Oberarzt erhält seine Ermächtigung mit sofortiger Wirkung zurück

Die Entscheidung ist gefallen: Die Schmerzambulanz im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) darf mit sofortiger Wirkung wieder öffnen – das hat der Berufungsausschuss gestern Nachmittag entschieden. Das unabhängige Gremium, das aus drei Ärzteschaftsvertretern, drei Krankenkassenvertretern und einem unabhängigen Vertreter mit juristischem Hintergrund bestand, verhandelte in Bad Segeberg über den Widerspruch von Dr. Klaus Wittmaack gegen die Nicht-Verlängerung seiner Schmerztherapie-Ermächtigung und gab ihm nach einstündiger Sitzung statt.

Den Widerspruch hatte der Oberarzt des FEK eingereicht, nachdem ihm Ende Juni vom Zulassungsausschuss die sogenannte Ermächtigung als Schmerztherapeut entzogen wurde. Der Mediziner ist erleichtert: „Ich freue mich, dass es weiter geht. Das ist gut so.“ Dass die Schmerzambulanz wieder öffnen darf, schreibt er vor allem auch den Patienten zu: „Ich bin dankbar für die Unterstützung der Patienten, die sich für mich eingesetzt haben. Das war bemerkenswert“, sagt Wittmaack.

Auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) ist man froh über den Ausgang. Sprecher Marco Dethlefsen erklärt: „Die Entscheidung des Berufungsausschusses ist eine gute Nachricht für die betroffenen Patienten. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein begrüßt es, dass Herr Dr. Wittmaack weiterhin ermächtigt wird, um schmerztherapeutische Leistungen zu erbringen.“

Seit 2005 behandelt Wittmaack die Patienten mit chronischen Schmerzen. Die dafür nötige Erlaubnis muss alle zwei Jahre erneuert werden. Turnusmäßig hatte Wittmaack den Antrag auch in diesem Jahr ausgefüllt. Per Schreiben gab es dann am 27. Juni die böse Überraschung: Seine Ermächtigung für die Behandlung von gesetzlich Versicherten wurde nicht mehr verlängert (der Courier berichtete).

Die Begründung für diese Entscheidung war nach Aussage von KVSH-Sprecher Dethlefsen, dass die Leistungen, die Dr. Klaus Wittmaack abrechnete, nicht dem Umfang entsprachen, den er ursprünglich für seine Schmerztherapie-Ermächtigung beantragt hatte und nach Ansicht des Ausschusses eigentlich ausüben sollte. „Er hat hauptsächlich Gesprächsleistungen abgerechnet und keine Schmerztherapie im klassischen Sinne“, so Dethlefsen. Dafür benötige er die Ermächtigung nicht. Der Oberarzt hielt dagegen, dass er bisher bei den Verlängerungen nie Probleme gehabt habe und eben nur das behandle, was notwendig sei. Die betroffenen Patienten klagten darüber, dass es für sie nun keine Anlaufstelle für ihre Behandlungen mehr gäbe.

Nun ist die Schmerzambulanz bis zum 30. September 2015 gesichert. Die nächste Sprechstunde wird am Mittwoch stattfinden. „Wir werden den Berg nach Dringlichkeit abarbeiten“, sagte Wittmaack, der nicht nur weitermachen will, sondern das Angebot künftig noch ausbauen möchte.

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