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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 04:13 Uhr

Baustart : Die Schleusau soll zurück ans Licht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt öffnet den Schwale-Abzweiger vor dem Museum. Bevor die Ramme kommt, sondieren Bombenexperten den Untergrund

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Über einen Mangel an Baustellen können sich Neumünsters Autofahrer derzeit wirklich nicht beschweren, und jetzt kommt eine weitere hinzu: Auf dem Rasen vor dem Museum Tuch + Technik haben Tiefbauer mit den Vorbereitungen zur Öffnung der Schleusau begonnen.

Bereits seit Beginn der Woche ist dazu der Bürgersteig im Bereich der Kreuzung Schleusberg / Bahnhofstraße auf der Museumsseite gesperrt, teils auch die erste Fahrspur. Um Platz für die schweren Maschinen zu schaffen, muss in den kommenden Wochen gegebenenfalls eine weitere Fahrspur auf dem Schleusberg vorübergehend gesperrt werden. Der Schleusberg würde dann voraussichtlich für mehrere Tage zur Einbahnstraße. Ob diese Sperrung tatsächlich notwendig wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Zumindest bis 10. August bleibe es bei der bestehenden Regelung, hieß es gestern aus dem Rathaus.

In gut sechs Monaten Bauzeit soll auf der Grünfläche vor dem Museum ein weiteres Teilstück der Schleusau wieder ans Tageslicht geholt und der Rasen zu einer kleinen Parkfläche umgestaltet werden. Die Planer hoffen, dabei auch die historische Brücke in der Zufahrt zur Stadthalle wieder ins rechte Licht rücken zu können. Die steinernen Rundbögen über den Bachlauf sollen nach dem Umbau wieder von beiden Seiten zu sehen sein.

Ganz freiwillig kommt der Umbau nicht: Das künstliche Betonbett der Schleusau unter dem Rasen ist seit Jahren an mehreren Stellen marode. Statiker hatten in der Vergangenheit wiederholt eine Reparatur angemahnt. Wegen akuter Einsturzgefahr war die Bach-Decke neben der Zufahrt zur Stadthalle über Monate mit Pollern gesperrt.

Billig wird die Reparatur nicht. Tiefbauchef Ralph-Joseph Schnittker hatte sie im vergangenen Jahr im Bauausschuss mit rund 680 000 Euro veranschlagt. Die Parkgestaltung schlägt danach mit rund 320 000 Euro zu Buche. Die Kombination beider Baumaßnahmen soll die Gesamtkosten allerdings um etwa 40 000 Euro drücken.

Die ersten Bautage nutzten die Tiefbauer jetzt vor allem, um sich einen Überblick über die zahlreichen Kabel- und Rohrleitungsstränge im Boden zu verschaffen. Viele Leitungen verlaufen auf oder direkt neben dem Betontrog der Schleusau und müssen jetzt aus der künftigen Böschung verlegt werden. „Wir haben mehrere Kontrollschächte angelegt, um herauszufinden, ob die Kabel tatsächlich dort liegen, wo wir sie vermuten“, sagte Schachtmeister Erich Winterberg von der Tiefbaufirma Krause. Die penible Kabelkontrolle macht durchaus Sinn: Um die Arbeiten am Bachbett zu ermöglichen, müssen zur Straßenseite hin stählerne Spundwände bis zu vier Meter tief in den Boden gerammt werden.

Auch andere unangenehme Hindernisse will Winterberg bei den Rammarbeiten auf jeden Fall ausschließen: Bevor die schweren Maschinen anrollen und auch nur den ersten Rammschlag anbringen, wird deshalb in der nächsten Woche ein Trupp des Kampfmittelräumdienstes Groß Nordsee anrücken und das Gelände vorsorglich nach möglichen Munitionsresten durchsuchen.

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