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Stadtbücherei : Die Schlägel flogen übers Vibrafon

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gut 100 Musikfreunde erlebten einen mitreißenden Abend mit dem Milt-Jackson-Projekt und Matthias Strucken am Vibrafon

Neumünster | Proppevoll und ausverkauft war die Stadtbücherei am Freitagabend, als es zum zweiten Mal in diesem Jahr „Jazz in der Bücherei“ gab.

Gut 100 Musikfreunde kamen in die Wasbeker Straße, um zu erleben, welche großartigen Künstler der Jazz-Club dieses Mal eingeladen hatte. Mit dem Milt-Jackson-Projekt hat der Club-Vorsitzende Ralf Johannsen einen gelungenen Griff getan und das Publikum in den Genuss eines besonderen Instruments gebracht: Das Jazz-Quartett hatte nämlich als Blick- und Gehörfänger ein Vibrafon im wohlklingenden Gepäck.

„Es ist etwas Außergewöhnliches, das wir so in der Bücherei noch nicht hatten“, sagte Ralf Johannsen in seiner Begrüßung. „Manchmal dauert es sehr lange, bis wir einen Konzerttermin finden. Aber nachdem Matthias Strucken mir eine CD-Hörprobe geschickt hatte, war mir klar: Wir finden schnell einen Termin“, erklärte Johannsen weiter.

Das Vibrafon stand im Mittelpunkt des aus Piano (Martin Sasse), Kontrabass (Matthias Nowak) und Schlagzeug (Matthias Kornmaier) bestehenden Ensembles. Der Vibrafonist Matthias Strucken erklärte dem neugierigen Publikum sein Schlaginstrument, das auf den ersten Blick an ein Xylofon erinnert: „Allerdings sind die Platten hier aus Metall und nicht aus Holz. Ein weiterer Unterschied liegt in dem Pedal, das wie beim Klavier mit dem Fuß bedient wird und die Dämpfung des Klangs aufhebt. So klingt der Ton lange nach“, beschrieb er. Für das spezielle Vibrieren sorgt letztlich ein Motor, der sich unter den Platten dreht. „Ein Vibrafon kannte ich zwar schon, habe es aber lange nicht mehr gehört und genieße es darum sehr“, meinte eine Jazz liebende Besucherin. „Ich mag den Sound des Vibrafons und finde es gut, dass der Musiker dazu Erklärungen geliefert hat“, sagte die Besucherin Claudia Schulz. Beide Frauen genossen an dem Konzert auch den familiären Rahmen. „Die Atmosphäre hier in der Bücherei ist intim, man ist ganz nah dran an den Musikern“, schilderte Jazz-Club-Mitglied Claudia Schulz.

„Ich war schon immer ein großer Fan von Milt Jackson und wollte seine Musik wieder auf die Bühne bringen“, erklärte der Musiker Matthias Strucken die Idee hinter der Band-Gründung. „Ich
hatte eine Karte für sein Konzert
in Köln, aber leider ist er vor dem
Auftritt gestorben“, erzählte er weiter. Der Amerikaner Milton Jackson (1923 bis 1999) gilt als Legende unter den Vibrafonisten und hat den Modern Jazz maßgeblich geprägt.

Es war beeindruckend zu sehen, wie geschickt Strucken das Instrument beherrschte. Flink wie Flummis hüpften die Schlägel über die Platten, und das sorgte auch für Heiterkeit. Ob furios-treibend wie bei „Four Brothers“ oder lyrisch-zart bei Struckens Version des Mozart-Klassikers „Komm, lieber Mai und mache“– das Milt-Jackson-Projekt überzeugte in jeder Stimmungslage mit Perfektion, klarem Sound und lustvollen Improvisationen.

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