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Holstenköste in Neumünster : „Die ruhigste Köste seit vielen Jahren“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 170.000 Besucher kamen zum Fest. Ärger gab es beim Flohmarkt und mit mitgebrachten Getränken.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 07:45 Uhr

Neumünster | Weniger Rettungsdienst-Einsätze, ein funktionierendes neues Sicherheitskonzept gegen Terror, aber auch wieder Körperverletzungen, viele Betrunkene und nicht nur zufriedene Händler: Mit gemischten Bilanzen ist gestern die 43. Holstenköste zuende gegangen. Bei durchwachsenem Wetter zählten Stadt und Polizei bei dem viertägigen Stadtfest wie im Vorjahr rund 170.000 Besucher.

Am Donnerstag- und am Freitagabend sorgte zeitweiliger Regen für eher verhaltenen Besucherzustrom.
Am Donnerstag- und am Freitagabend sorgte zeitweiliger Regen für eher verhaltenen Besucherzustrom. Foto: Szislo
 

„Das Wetter hätte etwas besser mitspielen können“, lautete das Fazit der Holstenköste-Organisatorin Kirsten Gerlach. Stephan Beitz hob vor allem die deutlich rückläufigen Zahlen des Rettungsdienstes hervor. „Das war die ruhigste Köste seit vielen Jahren“, sagte der Stadtsprecher. Der Rettungsdienst verzeichnete 140 Patienten (Vorjahr 210 und vor zwei Jahren 170). Darunter waren keine schwerwiegenden Fälle.

Ohne größere Beanstandungen verliefen die Lebensmittelkontrollen. Lediglich bei einem Marktstand musste deutlich nachgebessert werden. Und: Die Anlaufstelle für Frauen wurde nicht aufgesucht, es gab keine sicherheitsrelevanten Fragen oder Probleme.

Die Polizei sprach am Sonntag insgesamt von einem geringen Einsatzaufkommen. Die Einsatzleitstelle in Kiel dokumentierte für den Zeitraum von Donnerstagmittag bis Sonntagfrüh mit 13 Einsätzen genau die Zahl des Vorjahres. Dabei hatten es die Beamten auch in diesem Jahr wieder mit meist alkoholisierten Köstengängern zu tun. „Bisher liegen sechs Anzeigen wegen Körperverletzungen vor, eine Anzeige wegen Raubes, zwei Anzeigen wegen Beleidigung von Polizeibeamten und zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

Einsatzschwerpunkte waren traditionell Freitag- und Samstagnacht. Am späten Samstagabend gegen 23 Uhr wurde ein 17-Jähriger in Rencks Park von einer Gruppe junger Männer angesprochen und aufgefordert, den Inhalt seines Rucksacks vorzuzeigen. Als der junge Mann sich weigerte, drohten die Kontrahenten mit Schlägen und nahmen ihm den Rucksack ab. Verletzt wurde der Jugendliche nicht. Im Rahmen der Fahndung stellte die Polizei die Personalien von mehreren Tatverdächtigen fest. Die Ermittlungen dauern an.

„Abgesehen davon wurden von Donnerstag bis Sonntag in rund 20 Fällen Platzverweise ausgesprochen. Allein Freitagabend gegen zehn Personen nach einer Schlägerei“, erklärte Hinrichs weiter. Hintergründe hierzu nannte er nicht. Auch hier dauern die Ermittlungen noch an.

Hinrichs und Beitz lobten übereinstimmend die „gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und der Befehlsstelle des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerkes auf dem Rathausplatz“ als sehr positiv und Ziel führend.

Björn Matthiesen (von links) von der DLRG Husum, Stephen Lübke von der Regieeinheit und Markus Schuldt vom DRK standen ehrenamtlich mit ihrem Einsatzfahrzeug am Teich als Ansprechpartner für medizinische Erstversorgung parat.
Björn Matthiesen (von links) von der DLRG Husum, Stephen Lübke von der Regieeinheit und Markus Schuldt vom DRK standen ehrenamtlich mit ihrem Einsatzfahrzeug am Teich als Ansprechpartner für medizinische Erstversorgung parat. Foto: Bury
 

Viel zu tun hatten die acht eingesetzten Mitarbeiter von Kommunalem Ordnungsdienst, Verkehrsüberwachung und Verkehrsaufsicht am Sonntagfrüh. Mehrere Flohmarkthändler gerieten auf der Suche nach dem besten Platz aneinander. Verletzt wurde niemand.

Unterschiedlich bewerten auch die Mitorganisatoren die Köste, nachdem sich am Donnerstag und Freitag wegen des regnerischen Wetters weniger Besucher auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatten. „Das haben wir am Sonnabend wieder reinbekommen. Ich bin zufrieden, auch weil alle Stände im kommenden Jahr wieder gebucht haben“, sagte Veranstalter Ingo Kluge. Gastronom Reiner Kuck beklagte gestern hingegen ein Minus im Vergleich zum Vorjahr in der Kasse. „Ich habe bei noch keiner Köste erlebt, dass so viele Menschen sich ihren Alkohol selbst mitgebracht haben. Wir leben nun mal vom Verkauf von Getränken und Speisen und bezahlen damit auch die Bands“, sagte er und regte eine Diskussion über ein Glasflaschenverbot im kommenden Jahr an.

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