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Ein ganz besonderer Baum : Die riesige Reisetanne machte acht Umzüge mit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Weihnachtsbaum aus der der Gartenstadt hat eine ungewöhnliche Geschichte.

Neumünster | Selten hat eine Nordmanntanne so oft ihren Wohnort gewechselt wie das Exemplar von Ehepaar Kunz aus der Gartenstadt: Acht Umzüge vom Allgäu mit mehreren Zwischenstopps nach Schleswig-Holstein hat die Tanne mitgemacht. Jetzt strahlt sie als beleuchteter Weihnachtsbaum neben dem Gemeinschaftshaus in der Gartenstadt.

Ihre ungewöhnliche Reise begann 1980 in Sonthofen in Bayern, wo Renate und Horst Kunz für drei Jahre lebten. Horst Kunz (74) ist ehemaliger Berufssoldat und hat deswegen oft mit seiner Familie den Wohnort wechseln müssen.

Als ein weiterer Umzug nach Munster anstand, suchten beide nach einer Erinnerung an Sonthofen. „Die kleine Tanne wuchs am Wegrand, und ich habe sie rausgezogen und mitgenommen“, sagte Renate Kunz (71). Ihr Mann ergänzte: „Wir wussten, dass wir nicht lange im Allgäu bleiben. Wir haben die Tanne als Andenken mitgenommen. In dem Moment habe ich im Gegensatz zu meiner Frau gar nicht daran gedacht, aber im Nachhinein bin ich froh.“ Gemeinsam mit dem Ehepaar und ihren beiden Töchtern zog die Tanne weiter nach Munster in die Lüneburger Heide, dort bekam sie einen größeren Topf.

Bei einem weiteren Umzug nach Flensburg im Jahr 1982 wurde sie nochmals umgetopft und bekam einen neuen Standplatz. „Knapp zwei Jahre stand die Tanne auf unserem Balkon in einem Whiskeyfass. Da war sie anderthalb Meter hoch“, sagte Horst Kunz.

Seine Frau hatte auch zu Ostern die passende Deko-Idee für die Tanne parat. „Ich habe Ostereier drangehängt, das sah richtig toll aus“, erzählte sie schmunzelnd. Zwar hatte die Familie bereits in Flensburg einen Schrebergarten, dort einpflanzen wollten sie ihre Tanne aber nicht. „Ich wusste, dass noch ein weiterer Umzug kommen würde. Erst da, wo wir länger bleiben würden, wollten wir sie einpflanzen“, erklärte Horst Kunz die Entscheidung. Und so folgte 1989 der Umzug nach Neumünster, und die Tanne kam im Fass mit. Renate Kunz erinnerte sich: „Die Möbelpacker taten mir leid, denn das Fass mit unserer Tanne war bestimmt schwer.“

In der Gartenstadt angekommen lebte der Baum wieder auf dem Balkon, nach einem Jahr pflanzte ihn die Familie dann um in den Garten. „Mit dem Fass ging es durch die Wohnung nach draußen zum Anhänger und dann weiter zum Garten. Das war 1991. Bis 2016 hat sie dort gestanden“, sagte Horst Kunz – und wurde nach und nach 15 Meter hoch.

In diesem Jahr spendete das Ehepaar seine „Reisetanne“ zu Weihnachten der Gartenstadt als Weihnachtsbaum. Möglich wurde die Aktion unter anderem durch die Firmen Docks’ Bau und Gabys Betreuungsdienst, die den Kran und die Aufstellung finanzierten. „Obwohl wir an der Tanne hängen und sie eine Erinnerung für uns ist, möchten wir sie hier in unserem Stadtviertel aufgestellt wissen“, sagte Horst Kunz. Seine Frau ergänze etwas wehmütig: „Wir haben uns von der Tanne nicht trennen wollen. Es war schon komisch, im Garten zu sehen wie sie abgesägt wurde. Aber dass sie jetzt der Weihnachtsbaum ist, ist toll.“

Das sieht Volker Neumann, Vorstandsmitglied des Vereins vom Gemeinschaftshaus in der Gartenstadt, ebenfalls so. „Diese Tanne ist höher als die auf dem Großflecken und auf dem Kantplatz“, sagte er stolz. Die 1,8 Tonnen schwere Nordmanntanne kann noch bis zum 6. Januar bewundert werden.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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