Wankendorf : Die Rechercheanfrage kam aus Lissabon

In seiner Freizeit  hat der Wankendorfer Elektroingenieur und Hobbyhistoriker Volker Griese viele Details über das spannende Leben und Werk des gebürtigen Wankendorfers Dietrich Theden erforscht.
In seiner Freizeit hat der Wankendorfer Elektroingenieur und Hobbyhistoriker Volker Griese viele Details über das spannende Leben und Werk des gebürtigen Wankendorfers Dietrich Theden erforscht.

Volker Griese lässt Werke von Dietrich Theden wieder aufleben und forscht über den Erzieher und Lehrer, Herausgeber und Redakteur.

shz.de von
26. Oktober 2016, 06:00 Uhr

Wankendorf | Volker Griese liebt es, wenn die Funken sprühen. Allerdings gilt die Begeisterung des hauptberuflichen Elektroingenieurs und Hobbyhistorikers auch knisternd spannenden Ereignissen, etwa in einem historischen Krimi, der auch noch vor der Haustür des Wankendorfers spielt. Über 33 Jahre begeistert sich Volker Griese jetzt schon für die Geschichten aus den Dörfern, von den Gütern und Höfen, Menschen und vergangenen Ereignissen in seiner Heimat rund um Wankendorf. „Einer dieser spannenden Menschen aus dem Wankendorfer Raum war Dietrich Theden“, sagt Griese, der sich nach einer Anfrage aus Lissabon auf die Suche nach den Spuren Thedens machte.

„Was dabei herauskam, war schon erstaunlich“, meinte der Geschichtsbegeisterte. Dietrich Theden (geboren 1857 in Wankendorf, gestorben 1909 in Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira) war Erzieher und Lehrer, Herausgeber und Redakteur, unter anderem bei der „Gartenlaube“ und dem „Universum“, schließlich Chefredakteur der auflagenstarken Familienzeitschrift „Zur guten Stunde“. Bekannt wurde er auch als Bearbeiter der Werke Friedrich Gerstäckers und Balduin Möllhausens. „Doch für den Kenner gilt er als einer der Väter des modernen deutschen Krimis“, sagt Griese. Mit seinen Erzählungen war er einer der Ersten, der die intensive Polizeiarbeit, die Ermittlungen auch hinter den Kulissen und die Arbeit der Gerichte und Gutachter als Stilmittel nutzte.

In Wankendorf war und ist Theden kaum bekannt. Um seine Herkunft hatte der Schriftsteller zeitlebens ein Geheimnis gemacht. Es gibt kaum biografische Äußerungen, kaum Briefe, keine Abbildung ist bekannt. Dabei spielen zahlreiche seiner Romane und Novellen in der Gegend um Wankendorf, und manche Figuren sind kaum oder gar nicht verschlüsselt dargestellt. Nach längeren Recherchen konnten jetzt Herkunft, Wirken und die genauen Umstände von Thedens Tod, der aus gesundheitlichen Gründen seine letzten Jahre in Funchal auf Madeira verbrachte, geklärt werden. Die wichtigsten Erzählungen hat Volker Griese jetzt wieder zusammengetragen und neu herausgegeben. Zu den Neuauflagen gehören der Wankendorf-Krimi „Der Advokatenbauer“, der Depenau-Krimi „Leben um Leben“, „Der Mord vom Brunkamp“, ernste und heitere Novellen sowie die Kriminalnovellen „Lebend-Tot“ – herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Volker Griese.

> Am Freitag, 28. Oktober, gibt es im Rahmen des Wankendorfer Ortsjubiläums im Programm der Volkshochschule um 19.30 Uhr eine Theden-Lesung mit Volker Griese im Alten Wankendorfer Bahnhof. Der Eintritt kostet fünf Euro.


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