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Holsteinischer Courier

14. Dezember 2017 | 11:36 Uhr

Boostedt : Die Polizei ermittelt gegen Schüler

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

14-Jähriger benutzte Gaspistole in Boostedt.

Boostedt | In der Grund-und Gemeinschaftsschule Boostedt wurde am Freitagvormittag mit einer Gaspistole geschossen. Ein 14-jähriger Schüler der achten Klasse brachte eine Gaspistole mit in den Unterricht und gab einen Schuss ab (der Courier berichtete). Die Schulleitung hat Anzeige erstattet, die Polizei Boostedt ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Nach Aussagen der Schulleiterin Dagmar Drummen stellte sich der Schüler an ein geöffnetes Fenster des Klassenraums und gab einen Schuss auf die Rasenfläche ab. Das geschah in einer kleinen Pause während des Lehrerwechsels. „Wir haben die Polizei verständigt, auch um ein deutliches Signal zu setzen: Das geht so nicht“, sagte die Rektorin auf Anfrage. Gegen 10.50 Uhr trafen Polizeibeamte von der Polizeistation der Landesunterkunft Boostedt an der Twiete ein.

Die Pistole wurde der Polizei übergeben. Wie der Junge an die Waffe kam, wird polizeilich ermittelt.

Welche schulischen Konsequenzen den Jungen erwarten, konnte Dagmar Drummen gestern noch nicht absehen: „Es wird eine Klassenkonferenz dazu abgehalten. Danach sehen wir weiter.“ Ob die Eltern des Jugendlichen zur Rechenschaft gezogen werden, wird sich zeigen: „Dies entscheiden nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen die Staatsanwaltschaft beziehungsweise das Gericht“, erklärte die Pressesprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg, Silke Westphal.

Als Präventionsmaßnahme empfiehlt Silke Westphal unter anderem Aufklärung: „Allgemein kann man sagen, dass es wichtig ist, dass der Vorfall in der Schule thematisiert und auf die Gefahren von Gaspistolen hingewiesen wird.“

Das hat Dagmar Drummen gleich am Freitag getan: „Wir sind durch die höheren Klassen gegangen und haben mit den Schülern darüber gesprochen. Ich habe sie im Zuge dessen auch gebeten, nicht über den Schüler per Whats-App und ähnliche Medien herzuziehen.“ Der Achtklässler sei bis dahin nicht auffällig gewesen. „Er ist ein netter Schüler. Ich bin sicher, er hat einfach nicht nachgedacht und hatte keine böse Absicht.“

Die Schulleitung hat ein Informationsschreiben aufgesetzt, das in Kürze die Eltern von Schulkindern erhalten werden. Bisher ist das Mitbringen von Reizgas in die Schule zwar nicht verboten. Da es aber vor einiger Zeit schon einen Vorfall gab, empfiehlt die Rektorin dringend Pfefferspray zu Hause zu lassen. „Durch Pfefferspray entsteht eine Gefährdungssituation“, stellte sie klar.

Offiziell dürfen Jugendliche ab 14 Jahren Pfefferspray mit sich führen, das als Tierabwehrspray deklariert ist. Erhältlich sind die Dosen in Waffengeschäften oder im Internet. Silke Westphal warnt jedoch davor, dass Unkundigen die Flasche auch schnell entrissen werden und vom Täter genutzt werden kann. „Wir raten eher vom Gebrauch ab“, so die Sprecherin.

Das Gas einer Gaspistole reizt die Atemwege und die Augen. Bekommt man die Patrone aus naher Distanz ins Gesicht, drohen dem Opfer starke Verbrennungen oder sogar der der Verlust des Augenlichtes.

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