Kitastreik Bordesholm : Die Notgruppen reichen nicht

Den Familien geht beim Kita-Streik langsam die Luft aus. Die Bordesholmer Eltern machten sich deshalb gestern in der Verwaltung einmal ordentlich Luft. Dazu eingeladen hatten (in der Mitte von links) Amtsdirektor Heinrich Lembrecht, der Büroleitende Beamte Manfred Osbahr und Bürgermeister Helmut Tiede.
Den Familien geht beim Kita-Streik langsam die Luft aus. Die Bordesholmer Eltern machten sich deshalb gestern in der Verwaltung einmal ordentlich Luft. Dazu eingeladen hatten (in der Mitte von links) Amtsdirektor Heinrich Lembrecht, der Büroleitende Beamte Manfred Osbahr und Bürgermeister Helmut Tiede.

Die Bordesholmer Eltern und Kita-Mitarbeiterinnen machten sich gestern im Bordesholmer Rathaus Luft.

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29. Mai 2015, 07:00 Uhr

Bordesholm | Der Urlaub ist aufgebraucht. Die Oma spielt nicht mehr mit und der Arbeitgeber findet das Nichterscheinen seiner Mitarbeiter ganz und gar nicht lustig: Auch den Bordesholmer Eltern geht deshalb nach rund drei Wochen Streik in den beiden kommunalen Kindertagesstätten (Kita) in Bordesholm jetzt langsam die Luft aus. Deshalb gab es gestern ein Gespräch im Rathaus der Gemeinde.

Etwa 150 Kinder besuchen die beiden Kitas. Zurzeit sind zwar Notgruppen eingerichtet, doch die reichen bei weitem nicht aus, um die Lage zu entspannen. „Setzt Euch wieder an einen Tisch – sonst geht es ohne Abendbrot ins Bett“, forderten die Eltern deshalb gestern Vormittag auf dem Rathausvorplatz.

In den Sitzungssaal der Verwaltung hatten Bürgermeister Helmut Tiede, Amtsdirektor Heinrich Lembrecht und der Büroleitende Beamte, Manfred Osbahr, die Eltern sowie die Kita-Leiterinnen Christine Konrad und Sabrina Wiemers geladen, um sich deren Sorgen „aus erster Hand“ anzuhören.

Die Schilderungen der durch die andauernden Einschränkungen in der Kinderbetreuung in den Familien ausgelösten Probleme waren dabei teils dramatisch. „Wir sind einfach auch körperlich kaputt. Mir ist gestern richtiggehend schlecht geworden“, hieß es da. „Keine Arbeit, kein Geld. So einfach ist das. Irgendwann kriegen die Mitarbeiter dann 3,50 Euro mehr. Aber bis dahin habe ich meinen Job verloren“, lautete es an anderer Stelle.

Dennoch ist unter den Eltern das Verständnis für die Erzieherinnen weiterhin groß. „Die Erzieher machen einen qualifizierten Job. Dieser muss selbstverständlich entsprechend entlohnt werden. Aber organisatorisch sind viele Familien einfach am Ende“, erklärten die rund 50 anwesenden Eltern einhellig.

„Wir werden natürlich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) über die hiesige Situation berichten. Doch etwas ausrichten werden wir damit wohl nicht. Und auch den Eltern können wir als Kommune leider keine Hilfe anbieten“, sagte Heinrich Lembrecht. Dennoch sei es der Verwaltung wichtig gewesen zu zeigen, dass man sich nicht verschanze, sondern in jedem Fall bereit sei, beiden Seiten zuzuhören, erklärte er weiter. Die Eltern können nur weiter hoffen, dass sich die Verhandlungspartner sich wirklich bald an einen Tisch setzen und dann auch zügig eine Lösung finden.  
Siehe auch Bericht auf Seite 7


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