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Rickling : Die Nordmanntanne bleibt die „Diva“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Fichte ist der Baum des Jahres 2017, aber nur noch selten als Weihnachtsbaum in den Wohnzimmern zu finden.

Rickling | Jahreswechsel im Wald, das ist die Zeit, die Ärmel aufzukrempeln, die Motorsäge oder den Harvester zu betanken und zur Holzernte zu schreiten. So haben auch junge angehende Forstwirte wie Lorenz Kruse (20) aus Stocksee und Maximilian Mader (20) aus Hamburg von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten alle Hände voll zu tun. Und ganz besonders wichtig im Dezember: Weihnachtsbäume sägen.

Nadelhölzer wie Fichte, Küsten- und Weißtanne oder Douglasie haben ihren Platz in schleswig-holsteinischen Wäldern. So liefern Fichten, Lärchen und Douglasien bestes Bauholz. Und die gute alte Fichte dient hier und da auch immer noch als Weihnachtsbaum, auch wenn ihr längst die Tannen den Rang abgelaufen haben. Ein Trost für die Freunde des einstigen Brotbaums der deutschen Forstwirtschaft: Immerhin hat es die Fichte bei der Wahl zum Baum des Jahres 2017 aufs Siegertreppchen geschafft. Die ist im Übrigen leicht an ihren hängenden Zapfen zu erkennen, sagen die Forstwirte. Bei den Tannen stehen diese senkrecht auf den Zweigen. „Auch wenn in den Landesforsten keine Fichten mehr nachgepflanzt werden und dafür neben den Laubbäumen Nadelhölzer wie Küsten- und Weißtanne oder Douglasien ihren Weg in die Wälder finden, hat besonders die Fichte ihren mitunter schlechten Ruf wenig verdient“, sagen die angehenden Forstwirte im Rickliger Forst. Unter den Zeichen des drohenden Klimawandels zählt die Fichte allerdings zu den Verlierern in norddeutschen Wäldern. Borkenkäfer, Stürme und Klimawandel nagen an ihren einstigen Monokulturen. Den Platz als Weihnachtsbaum Nummer 1, so die Ricklinger Auszubildenden, hat inzwischen die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) eingenommen. Sie ist quasi die „Diva“. Allerdings stammen die begehrten gleichmäßig gewachsenen Weihnachtsbäume, die heute auch auf vielen landwirtschaftlichen Höfen für ein Zubrot sorgen, aus Sonderkulturen, die eigens hierfür angelegt wurden, und kaum einmal aus den Wäldern.

Für die jungen Forstwirte heißt all das, sich im Wandel der Zeit ganz anderen Herausforderungen zu stellen. „Wir pflanzen heute im Frühjahr und Herbst für kommende Generationen“, sagen sie. Der Umbau der Wälder ist in vollem Gange. Dort, wo Harvester und Motorsäge oder Sturm und Windbruch im Fichteneinerlei aufgeräumt und geerntet haben, werden heute Eichen, Buchen, Ahorn, Eschen und andere Laubbäume für eine gesunde und widerstandsfähige Mischwaldbildung gepflanzt. Und manch schön gewachsener Solitärbaum, der in der Weihnachtszeit Dorfplätze, Weihnachtsmärkte oder Kirchen schmückt, stammt gar nicht aus dem Wald, sondern aus Hausgärten, wo sie, oft zu beachtlichen Bäumen herangewachsen, zu viel Platz einnehmen. So auch in Schillsdorf in der Heilig-Geist-Kirche. Hierher hat es dieses Jahr eine 7,5 Meter hohe Nordmanntanne aus dem Garten von Lisa und Nikolaus Nielsen geschafft. 15 Jahre lang hat der ehemalige Forstwirt den Baum gehegt, bevor er jetzt, auf 5,5 Meter gekappt, zu Weihnachten die Kirche zieren darf. In Gönnebek steht eine schön gewachsene Fichte auf den Platz mitten im Dorf.





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