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Schutz gegen Einbrecher : Die meisten Schurken kommen tagsüber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Präventionsbeamte Marco Rose gab Tipps zum Schutz gegen Einbrecher.

Neumünster | Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich im vergangenen Jahr im Land deutlich erhöht. Vor diesem Hintergrund war ein Vortrag zum Einbruchschutz im Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum an den Holstenhallen am Mittwochabend hoch aktuell. Vor 40 Besuchern schilderte dort Marco Rose, Präventionsbeamter vom 2. Polizeirevier, wie man schlauer als der Dieb wird.

Zunächst gab der Kriminalist einen Einblick in die Arbeitsweise der Täter: Demnach ist es in der Regel nicht die Dunkelheit der Nacht, in der die Gauner zu Werke gehen. „57 Prozent der Einbrüche geschehen zwischen 12 Uhr und 22 Uhr. Das Interesse der Täter ist es, die Bewohner nicht anzutreffen“, stellte der Polizist fest. Daher war sein erster Tipp: „Lassen Sie ihr Haus so bewohnt wie möglich aussehen, gerade, wenn Sie im Urlaub sind.“ Da können Zeitschaltuhren helfen, das Licht drinnen an- und ausgehen zu lassen, ein Nachbar könnte gebeten werden, den Briefkasten zu leeren oder sein Auto hin und wieder in der Einfahrt zu parken.

Am häufigsten steigen die Diebe über Terrassentüren und rückwärtige Fenster ein. „Da hilft auch zweimaliges Abschließen der Haustür nichts“, sagte Rose. Das gebräuchlichste Werkzeug der Einbrecher ist ein Schraubendreher. Denn der lässt sich unauffälliger als ein Kuhfuß tragen und kann als Hebel benutzt werden. „In 10 bis 15 Sekunden ist ein ungesichertes Fenster aufgehebelt“, so der Experte. Nur etwa zehn Prozent der Täter schlagen die Scheibe ein. Kommt ein Dieb aber nach etwa drei bis fünf Minuten nicht ins Haus, gibt er sein Vorhaben auf – so die Erfahrungen der Polizei.

„Machen Sie ihr Haus also unattraktiv für Einbrecher“, riet Marco Rose. Dabei helfen Fenster, die mindestens mit der sogenannten Widerstandsklasse RC 2 zertifiziert sind. Diese Türen und Fenster haben spezielle Pilzkopfzapfenbeschläge, eine einbruchhemmende Verglasung und einen abschließbaren Fenstergriff. Diese Sicherungen sind nachrüstbar, können aber auch als Komplettsatz gekauft werden, lernten die Zuhörer. Der Polizist riet bei abschließbaren Griffen klar von günstiger Baumarktware ab: „Die haben oft nur einen Druckwiderstand von 20 Kilogramm, das ist kein Problem für Einbrecher.“ Stattdessen empfahl er, auf zertifizierte Griffe mit einem Druckwiderstand von 100 Kilogramm zu achten. Generell sei wichtig, Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Leitern nicht für jedermann zugänglich hinzustellen.

Laut Landeskriminalamt haben von 221 gefassten Einbrechern 195 keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die meisten Täter stammen vom Balkan. Die Gewerkschaft der Polizei schätzt, dass in Schleswig-Holstein knapp 100 organisierte Banden Einbrüche verüben. Drogensüchtige stellen eine weitere Tätergruppe dar (der Courier berichtete).

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