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Verkehrsversuch : Die Linienbusse sind jetzt pünktlich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Planungsbüro legte erste Ergebnisse von Verkehrszählungen vor / Die Fahrzeiten auf dem Ring haben sich zum Teil deutlich verlängert

Drei Monate nach dem Start des Verkehrsversuchs (und vermutlich knapp zwei Wochen vor dessen Unterbrechung) hat das von der Stadt beauftragte Planungsbüro erste Ergebnisse vorgelegt. Einige Ziele des Versuchs seien erreicht worden, andere dagegen nicht.

Die BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft hat seit Mitte Juli in der Innenstadt und auf dem Ring zahlreiche Daten erhoben und Autos gezählt. Das Ergebnis ist für Neumünsteraner nicht überraschend: „Die Innenstadt wurde spürbar entlastet durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf den Stadtring. Dort haben sich dadurch die Reisezeiten verlängert“, schreibt die Firma in ihrer Zwischenbilanz per 23. Oktober. Außerdem habe sich die Aufenthaltsqualität auf dem Großflecken erhöht. Es gebe auch weniger Konflikte zwischen Autos und Fußgängern.

Auf dem Großflecken haben die Planer beispielsweise vor dem Versuch und währenddessen zwischen Zufahrt Klostergraben und Holstenstraße die Autos gezählt. In drei Stunden (9 bis 12 Uhr) fuhren vorher 575 Kfz Richtung Süden und 537 nach Norden. Danach waren es 112 und 185 (inklusive 60 bis 70 Taxen und Bussen). Nach mehreren Zählungen zu verschiedenen Tageszeitungen kommt die Firma Dorsch zu dem Schluss: „Der Verkehr auf dem Großflecken wurde um 60 bis 70 Prozent reduziert.“ Aber 20 bis 40 Prozent der Autos fuhren verbotswidrig einfach durch.

Auf dem Waschpohl und im City-Parkhaus an der Plöner Straße wurden die parkenden Autos gezählt. Die Auslastung des Waschpohls hat sich demnach nicht verändert; sie sank minimal von 72,1 auf 71,5 Prozent. Das City-Parkhaus sei sogar häufiger genutzt worden als vorher. Fazit: „kein spürbarer Rückgang der Parkraumnachfrage durch den Verkehrsversuch (und Baustellen)“.

Die Schattenseite der Großfleckensperrung zeigt sich auf dem Ring. Mit einem computerbasierten System hat die Beraterfirma die Autos gezählt und bei mehreren Testfahrten die Zeiten gestoppt. Die Fahr- und vor allem die Wartezeiten an den Ampeln haben „an einigen Knotenpunkten spürbar zugenommen“, schreiben die Berater. Auffälliger sei die Fahrtrichtung links herum. Auf den verschiedenen Abschnitten des Holsatenrings hat die Zahl der Autos beispielsweise um 10 bis 17 Prozent zugenommen, auf der Klaus-Groth-Straße um 14 Prozent.

Spürbare Entlastungen haben die Verkehrszähler dagegen auf dem Kuhberg ermittelt (minus 18 Prozent), Am Teich (minus 20 Prozent) und auf der Christianstraße (minus 7 Prozent). Deutlich nach oben ging es auf der Brachenfelder Straße (plus 54 Prozent) und der Altonaer Straße (50 bis 200 Prozent).

Ein voller Erfolg ist der Versuch, ebenfalls wenig überraschend, für den Linienbusverkehr. Vor der Sperrung fuhren die Stadtwerkebusse regelmäßig fünf bis acht Minuten Verspätung ein. Jetzt gibt es eine klare Ansage: „keine auffälligen Verspätungen aufgetreten“.

Die Stadt hat angekündigt, die Auswertung auch auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen: www.neumuenster.de.

 

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erstellt am 26.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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