Spiele auf dem Prüfstand : Die „Liebesbriefe“ kommen gut an

Man braucht gut Sitzfleisch: JanTorge Malterer (22), Anna Janzen (22) und Edwina Wagner (rechts) waren sich einig: Concordia, das Kennerspiel des Jahres, ist nur etwas für ausgebuffte Strategen. Unter zweieinhalb Stunden ist das Spiel, das stark an die „Siedler von Catan“ erinnert, kaum zu schaffen.
Man braucht gut Sitzfleisch: JanTorge Malterer (22), Anna Janzen (22) und Edwina Wagner (rechts) waren sich einig: Concordia, das Kennerspiel des Jahres, ist nur etwas für ausgebuffte Strategen. Unter zweieinhalb Stunden ist das Spiel, das stark an die „Siedler von Catan“ erinnert, kaum zu schaffen.

Ein einfaches Kartenspiel überzeugt die Spieletester der Elly-Heuss-Knapp-Schule. Die teuersten Spiele sind nicht immer die besten. Der Jury-Gewinner Spiel des Jahres bekam nur Durchschnittsnoten.

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09. Dezember 2014, 17:00 Uhr

Neumünster | Um es gleich vorwegzunehmen: Das „Spiel des Jahres“ 2014 kam nur auf ein knappes „Befriedigend“. Auch nach mehreren Runden vermochten die jungen Tester der Elly-Heuss-Knapp-Schule dem hochgerühmten Jury-Preisträger „Camel up“ nur bedingt Spielspaß abzugewinnen.

„Die Idee des Kamel-Wettrennens ist witzig, aber der Spielverlauf viel zu kurz, die Möglichkeiten taktisch einzugreifen viel zu beschränkt“, nörgelt stellvertretend Johanna Seck (29), und ihre Mitspieler stimmen ihr zu. Ihr Urteil: Als Familienspiel eher mäßig.

Die jungen Tester wissen, wovon sie reden. Zum wiederholten Mal haben sich an der Elly- Heuss-Knapp-Schule angehende Erzieher und passionierte Brettspieler zusammengefunden, um – rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest – die Empfehlungen des Vereins „Spiel des Jahres“ (siehe Text links oben ) auf den Prüfstand zu stellen: Halten die vorgestellten Spiele wirklich, was die Hersteller auf den bunten Kartons versprechen? Was ist zu beachten, damit der lange geplante Spieleabend in der Familie oder mit Freunden am Partytisch nicht zur langweiligen Enttäuschung wird?

Um das zu klären, hilft letztlich nur der Selbstversuch. Die 17 Schüler haben daher die Klassentische zusammengeschoben, die Karten gemischt und fröhlich drauflosgespielt. Ist man schnell „drin“ oder muss man erst lange Spielregeln studieren? Taugen Spielplan und Figuren oder macht das Material – wie bei Camel up – schon nach den ersten Runden schlapp? Vor allem aber: Wie hoch ist der Spaßfaktor?

Als Renner erwies sich dabei das auf den ersten Blick eher schlicht anmutende Kartenspiel „Love Letter“, bei dem es durch geschicktes Taktieren und gutes Aufpassen darum geht, der Prinzessin den Hof machen zu dürfen. „Ein Art Pokerspiel, bei dem auch solides Bluffen erlaubt und sinnvoll ist“, wie etwa Felix Bornstedt (34) begeistert festgestellt hat. Das schlichte Kartenspiel belegt, dass gute Spiele nicht zwangsläufig die teuersten sein müssen.

Spiel  mal wieder!

Keine Frage, auch in  diesem Jahr werden unter dem Tannenbaum wieder Handys, PC-Spiele oder Kinokonserven   die Szene  beherrschen. Nicht wenige Eltern fürchten sich bereits vor dem Moment, wenn die Familie nach der Bescherung ins große Anschweigen zurückfällt, weil sich ein jeder nur noch mit dem neuesten technischen Begleiter unterhält oder dem Fernseher widmet. Dabei geht Weihnachten auch anders:  Ein gutes Gesellschaftsspiel macht Spaß,  ist spannend und  fördert    Kommunikation und Gemeinsinn. Einfach mal ausprobieren!

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