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Heinz Rudolf Kunze : „Die Leute blicken in mein Labor“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heinz Rudolf Kunze verrät im Interview, worauf sich die Gäste bei seinem Konzert am Sonnabend freuen und warum er Solo-Auftritte so mag.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Zweimal war er schon in eher kleinerem Rahmen in Neumünster, nun will er den Festsaal der Stadthalle füllen. Und trotzdem wird es intim. Heinz Rudolf Kunze (60) wird am Sonnabend ab 20 Uhr ein sehr authentisches Konzert geben, nur mit drei Gitarren, seinem Klavier und seiner unverkennbaren Stimme. Im Exklusiv-Interview mit dem Courier verrät der Sänger, Liedermacher, Schriftsteller und Musicaltexter aus Hannover, worauf sich seine Fans freuen dürfen und seit wann ihm Solo-Auftritte so viel Spaß machen.

Herr Kunze, viele Fans fiebern Ihrem Auftritt entgegen. Was erwartet sie am Sonnabend in der Stadthalle?

Das Soloprogramm gibt mir die Möglichkeit, frei zu schalten und zu walten. Selbstverständlich werde ich auch meine großen Hits singen. Aber ich krame auch tief in den Kisten meiner über 400 Songs und präsentiere Material, das nur wirklich gute Kenner meiner Alben schon mal gehört haben. Zudem werde ich auf tagesaktuelle Ereignisse eingehen.

Das heißt, Sie gehen völlig ohne Konzept in das Konzert?

Nein. Ich habe eine dicke Mappe mit Texten dabei, auf die ich mich vorbereite. Denn alles, was ich in über 30 Jahren Bühnenerfahrung mal gesungen habe, habe ich natürlich nicht im Kopf. Aber ich schaue dann auf die Situation und spiele das, wonach ich mich fühle oder was vielleicht auch gewünscht wird.

Sie treten live und solo auf. Wie ist das für Sie ohne Band und Background?

Viel entspannter als ich dachte. Die Leute glauben mir immer nicht, wenn ich sage, dass ich bis vor zwei Jahren nie solo aufgetreten bin. Ich hatte immer mindestens einen Musiker dabei, weil ich glaubte, dass ich die Spannung in einem Konzert sonst nicht halten kann. Dann kam der legendäre Auftritt im August 2015 auf Amrum, wo ich es doch versucht habe und überrascht war, dass es funktioniert. Seitdem liebe ich es und gehe nur noch selten mit der Band auf Tour. Ich habe nicht die Hektik vor dem Auftritt, etwa um die Technik. Und sollte wirklich mal etwas nicht klappen, ist es viel einfacher zu improvisieren. Das ist schon ein tolles Gefühl. Am Anfang war ich wirklich nochmal aufgeregt. Jetzt ist es so, als gehe ich ins Wohnzimmer und singe für die Leute, die da sind.

Das merkt das Publikum auch!

Sicher, die Leute erleben die Lieder quasi in der Ursprungsgestalt, so wie sie entstanden sind. Sie blicken mir beim Texten über die Schulter. Die Leute blicken in mein Labor.

Gibt es eigentlich Unterschiede, ob sie im Norden, Süden, Osten oder Westen der Republik auftreten?

Klar, überall gibt es eine andere Mentalität, und das ist auch gut so. Die Westdeutschen sind sehr offensiv, sehr feierlustig, lachen und klatschen gerne. Die Norddeutschen sind etwas zurückhaltender, was ich aber auch mag. Ihr Humor ist trockener und verhaltener, man muss ihn erst rauskitzeln. Die größte Hochburg für meine Musik ist ganz klar Ostdeutschland, dann kommt der Norden, dann der Westen und zum Schluss der Süden. Warum, weiß ich nicht, aber daran wird sich wohl jetzt auch nichts mehr ändern.

Kennen Sie denn Neumünster und Schleswig-Holstein?

Neumünster kenne ich leider nicht intensiver. Dafür fehlte mir bisher die Zeit. Auf Tour ist es so, dass man von Ort zu Ort fährt, im Hotel eincheckt, was isst und sich auf das Konzert am Abend vorbereitet und dann am nächsten Morgen gleich wieder auscheckt und weiterfährt. Nur wenn mal ein freier Tag ist, bleibt Zeit, sich vor Ort umzusehen. Aber in Schleswig-Holstein bin ich sehr viel aufgetreten, von Kiel, Lübeck und Flensburg bis Husum und Itzehoe. Es ist eines der wunderschönsten Bundesländer mit seinen beiden Küsten an Nord- und Ostsee.

Dürfen sich die Fans am Sonnabend nach dem Konzert denn noch auf einen kleinen Smalltalk mit Ihnen freuen?

Sicher, es wird eine Autogrammstunde geben. Viele bringen auch ihre Platten und Alben mit und lassen sich die dann signieren. Ich freue mich schon sehr auf das Neumünsteraner Publikum.


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