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Verkehrsversuch : „Die Kunden finden uns nicht mehr“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fachgeschäft aus der Holstenstraße organisiert eigene Umfrage zum Innenstadtverkehr: Viele Kunden beklagen schlechte Erreichbarkeit derCity

Zuerst war es nur ein Gefühl, dann schlug es sich schwarz auf weiß in den Geschäftszahlen nieder. Immer weniger Kunden fanden seit Jahresmitte den Weg zu „Messer Wagner“, einem seit Jahrzehnten gut eingeführten Fachgeschäft für Messer und Waffen in der Holstenstraße.

Inhaberin Elisabeth Behrendt und ihr Sohn Matthias wollten sich mit den Beteuerungen der Stadt, dass die Innenstadt trotz Verkehrsversuchs gut erreichbar sei, nicht zufrieden geben und starteten ihre eigene Kundenumfrage zu Verkehrsführung und Parkmöglichkeiten in Neumünster. Das Ergebnis ist erschreckend.

Exakt 150 Kunden hatten bis gestern Vormittag die auch in den Nachbargeschäften ausgelegten Bögen ausgefüllt: 129 von ihnen (85 Prozent) sind mit der Straßenführung in Neumünsters Innenstadt „unzufrieden“, 21 (14 Prozent) finden die Verkehrsberuhigung „gut“. 133 Befragte (88 Prozent) beurteilen die Erreichbarkeit und Parkmöglichkeit im Umkreis der Holstenstraße als „schlecht“, nur 13 (knapp 9 Prozent) beantworteten das mit „gut“.

Auch wenn die Umfrage nicht unbedingt repräsentativ sei, werfe sie doch ein bezeichnendes Licht auf den Verkehrsversuch, sagt Matthias Behrendt. Allerdings habe man auch kein anderes Ergebnis erwartet. Seit Wochen bekomme man von den Kunden immer dieselben Klagen zu hören: Wo kann man denn jetzt noch günstig parken? Wir finden Sie nicht mehr! – Für das Waffengeschäft sind solche Klagen besonders alarmierend: Gut die Hälfte der Kundschaft kommt von außerhalb, wer den Weg noch findet, hat auf dem Rückweg zum Wagen oft schwer zu schleppen. Und das Navi kennt den Verkehrsversuch nicht.

Elisabeth Behrendt berichtet von einem Kieler Kunden, der vor ein paar Tagen einen Parkplatz in der Peterstraße ergattert hatte. Zurück am Auto habe er erneut angerufen, um sich den Weg aus der Stadt erklären zu lassen: „Natürlich machen wir uns Sorgen, wie lange uns solche Kunden die Treue halten“, sagt die Geschäftsfrau.

Heute Abend wollen die Behrendts ihre Sorgen und Umfrageergebnisse im Hansahaus vortragen. Um 20 Uhr treffen sich dort Einzelhändler aus der Innenstadt zur Lagebesprechung. Elisabeth Behrendt hat für das Treffen eine klare Forderung: „Der Verkehrsversuch muss ausgesetzt werden, möglichst noch vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts.“

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erstellt am 16.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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