Kinderschutzbund : Die Kleiderkammer wurde zur Schatzkammer

Natascha Arp (von links), ihr Sohn Julian, Mitarbeiterin Annegret Kreutzfeldt, Joyce Gundlach und ihre Tochter Paulina freuen sich über die gut sortierte Kleidung in den neuen Räumen.
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Natascha Arp (von links), ihr Sohn Julian, Mitarbeiterin Annegret Kreutzfeldt, Joyce Gundlach und ihre Tochter Paulina freuen sich über die gut sortierte Kleidung in den neuen Räumen.

Der Kinderschutzbund geht neue Wege: raus aus der düsteren Gasstraße, hin in die Kieler Straße 18

shz.de von
16. Oktober 2014, 05:15 Uhr

Neue Räume, neues Angebot, neuer Name: Das alles kann die traditionsreiche Kleiderkammer des Kinderschutzbundes (DKSB) seit gestern aufweisen. Während der offiziellen Eröffnungsfeier informierten der DKSB-Geschäftsführer Till Pfaff und die Mitarbeiter seines Teams über das neue Konzept. „Mit dem Umzug von der Gas- in die Kieler Straße hat die seit 30 Jahren bestehende Kleiderkammer nicht nur eine neue Adresse bekommen“, sagte Pfaff und verwies auf das große, mit Spielsachen dekorierte Schaufenster des neuen Ladens an der Kieler Straße 18.

Man wollte die alte Kinderkleiderkammer aus ihrem Schattendasein in den fensterlosen Räumen mit Hinterhofcharakter herausholen. „Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien erleben früh, was es heißt, ausgegrenzt zu sein. Ein Gang in die dunklen Räume der Gasstraße hat sie in diesem Gefühl bestätigt“, erklärte Till Pfaff.

Joyce Gundlach nickt. Die allein erziehende Mutter kauft die Kleidung für ihre Tochter Paulina seit einem Jahr beim DKSB. „Das Angebot der alten Kleiderkammer war toll. Aber immer, wenn ich Richtung Gasstraße ging, also raus aus der Stadt, Richtung Industriebrache, fühlte ich mich genauso abseits wie diese kleine Straße. Hier ist jetzt alles hell und freundlich. Man hat das Gefühl, in ein normales Geschäft zu gehen“, beschrieb sie.

Für Sabine Wende ist das eine große Bestätigung. Gemeinsam mit 14 ehrenamtlichen Helfern und der Unterstützung verschiedener Sponsoren ist es der Ehrenamtskoordinatorin beim Kinderschutzbund gelungen, die heruntergekommenen Räume des früheren Buchclubs innerhalb von dreieinhalb Monaten in ein Ladengeschäft mit Spiel- und Kaffeeecke zu verwandeln.

Denn auch das gehört zum neuen Konzept der Kleiderkammer. „Wir wollen eine Begegnungsstätte für Familien schaffen und Bedürftigen die Angebote des Kinderschutzbundes in lockerer Atmosphäre näher bringen“, sagte Sabine Wende. Soviel Neues verlangt nach einem neuen Namen. Künftig nennt sich die Kleiderkammer kurz und knapp: Schatzkammer.

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