Bundestagswahl 2021 : Die Kandidaten im Wahlkreis 004 Rendsburg-Eckernförde

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Aus dem Umland von Neumünster gehören unter anderem die Gemeinden Wasbek, Arpsdorf, Ehndorf, Padenstedt, Timmaspe, Krogaspe und Bordesholm zu diesem Wahlkreis.

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16. September 2021, 07:57 Uhr

Der Courier stellt Kandidaten vor, die sich für die Bundestagswahl am 26. September bewerben. Die Auswahl erfolgt nach den derzeit im Bundestag vertretenden Parteien (Ausnahme: SSW). Heute sind es die Kandidaten aus dem Wahlkreis 004 Rendsburg-Eckernförde.

Will die Unternehmenssteuer senken: Johann Wadephul. Foto: Marcus Dewanger
Marcus Dewanger
Dr. Johann Wadephul (CDU)
 

Dr. Johann Wadephul (CDU) tritt zum vierten Mal als Direktkandidat an. Der Rechtsanwalt wohnt in Molfsee, ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine wichtigsten politischen Themen für die kommenden vier Jahre sind
Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie. „Damit sich unsere Wirtschaft schnell erholt, brauchen wir einen neuen Aufbruch: neue Technologien und eine Modernisierung unseres Staates. Nur so bewältigen wir den Klimawandel und bleiben Industrieland“, sagt Wadephul. Der 58-Jährige setzt sich für gleiche Lebenschancen in Stadt und Land ein: Die digitale Anbindung und eine realistische Energiewende für Auto und Haus gehören zusammen. Europa will er als Friedensprojekt voranbringen und die Chancen der Digitalisierung sollen genutzt werden.

Sönke Rix (SPD)
SPD

Sönke Rix (SPD)

 

Sönke Rix (SPD) ist Erzieher und sitzt seit 16 Jahren im Bundestag – seit er 29 Jahre alt ist. Rix ist verheiratet und hat zwei Söhne. Für die Menschen in seinem Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde will er sich für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung einsetzen mit zwei Standorten (Rendsburg und Eckernförde) der Imland-Klinik. Dafür ist eine Bundesfinanzierung für Krankenhausfinanzierung nötig.
In der Bundespolitik will der Eckernförder die Kinderrechte im Grundgesetz verankern, das Wahlalter auf 16 Jahre senken und die Kindergrundsicherung einführen. Er plädiert für eine bessere Betreuung der Kinder in Kita und Schule auch in der Fläche: Eltern auch von Schulkindern sollen einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagesplatz haben. Rix will sich für eine flexible, geförderte Elternteilzeit nach dem ersten Lebensjahr des Kindes und 20 Krankentage pro Kind und Jahr einsetzen.
„Die Menschen sollen besser verdienen. Dafür muss der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht werden“, sagt Sönke Rix.

Jakob Blasel ist durch sein Engagement bei „Fridays for Future“ berühmt geworden. Schon mehrfach wollten Fans ein Foto mit ihm machen oder ein Autogramm haben.
Aljoscha Leptin
Jakob Blasel ist durch sein Engagement bei „Fridays for Future“ berühmt geworden. Schon mehrfach wollten Fans ein Foto mit ihm machen oder ein Autogramm haben.
 

Jakob Blasel (Grüne) ist 20 Jahre alt, kommt aus Kronshagen, war eines der Gesichter der Schülerstreiks und hatte Kontakt zu Greta Thunberg. Der Jura-Student wollte „nicht weiter zuschauen, wie über Entscheidungen über die Köpfe unserer Generation hinweg getroffen werden“, deshalb kandidiert er für den Bundestag. Er kämpft dafür, dass die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad eingehalten wird. Es ist wichtig, schnell aus der Kohle auszusteigen und Solar- und Windenergie auszubauen.
Auch die Stärkung der Infrastruktur und Gesundheitsversorgung vor Ort liegt ihm am Herzen. Daher will er auch für den Erhalt der Imland-Klinik kämpfen. Zudem will er soziale Ungerechtigkeit nicht hinnehmen. „Kein Kind sollte in so einem reichen Land wie Deutschland in Armut leben“, so Blasel. Wichtig ist es ihm auch, das Internet auf dem Land auszubauen, um die digitale Teilhabe sicherzustellen.

Christine Aschenberg-Dugnus (FDP)
shz
Christine Aschenberg-Dugnus FDP
 

Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) hat den Schwerpunkt gesundheitspolitische Themen. Die 61-Jährige bewirbt sich jetzt ein drittes Mal als FDP-Direktkandidatin im Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde. Seit 37 Jahren ist sie mit ihrem Mann Helmut verheiratet, das Paar lebt in Strande und hat eine Tochter. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen zum Wohle der Patienten ist ihr großes Thema. Konkrete Beispiele: Einrichtung einer Diabetes-App, das Format Telenurse und generell vermehrt Telemedizin. „Kleine Kliniken im ländlichen Raum, wie die Imland-Kliniken Rendsburg und Eckernförde, müssen eine bessere Basisfinanzierung bekommen, die sie unabhängig von Fallzahlen macht“, sagt sie. Geburtenstation, Gynäkologie und Notfallmedizin gehören für sie zur Daseinsvorsorge. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie möchte Christine Aschenberg-Dugnus ein nationales Impfportal einrichten, um bei Impfprozessen schneller reagieren zu können.

Der Großstadt Hamburg hat Hauke Schultz den Rücken gekehrt, um zurück in seine Heimat Rendsburg zu ziehen.
Inga Gercke
Hauke Schultz (Die Linke)
 

Hauke Schultz (Die Linke) lebt in Rendsburg. Der 36-jährige Vater ist ehemaliger Sprecher des Bundesverbandes für Digitale Wirtschaft, Geschäftsführer mehrerer Unternehmen und ein Experte im Bereich der (digitalen) Wirtschaft. Er möchte Menschen durch die Digitalisierung voranbringen, fordert aber auch eine Digitalsteuer für Konzerne wie Amazon. Die Linke will die Vermögenssteuer für die Superreichen einführen, sich für einen solidarischen Rententopf und einen kostlosen ÖPNV einsetzen. „Wir kämpfen gegen Armut, Krieg, Intoleranz, Ausbeutung und vieles weitere, was andere Parteien lediglich als Randnotiz aufnehmen“, erklärt Schultz sein Engagement bei den Linken.

Maylis Roßberg (SSW)
SSW
Maylis Roßberg (SSW)
 

Maylis Roßberg (SSW) geht für den Südschleswigschen Wählerverband ins Rennen. Es ist das erste Mal seit 60 Jahren, dass der SSW, der neben den Dänen auch die etwa 10.000 nationalen Friesen vertritt, bei einer Bundestagswahl dabei ist. Die Studentin (Politikwissenschaft und Geschichte) ist 21 Jahre alt und lebt in Kiel. Sie will den Minderheiten und den jungen Frauen eine Stimme im Bundestag geben. Außerdem will Maylis Roßberg dafür kämpfen, dass psychisch Kranke in Deutschland mehr Hilfe bekommen. Ihrer Meinung nach muss der Klimaschutz Priorität haben. Dabei ist ihr eine sozialverträgliche Gestaltung wichtig. Weiter will sie sich für ökologische Landwirtschaft, den regionalen Handel und den Ausbau des ÖPNV in Schleswig-Holstein einsetzen.

Gereon Bollmann (AfD), spricht beim Landesparteitag der AfD in Büdelsdorf.
Axel Heimken/dpa
Gereon Bollmann (AfD), spricht beim Landesparteitag der AfD in Büdelsdorf.
 

Gereon Bollmann (AFD) ist 67 Jahre alt und war Richter am Oberlandesgericht. Sein Thema ist die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit. „Mein ganzes Berufsleben habe ich dem Recht gedient“, sagt Gereon Bollmann. „Seit längerem missachten die beiden ersten Staatsgewalten unsere Rechtsstaatlichkeit. Aber auch die Justiz ist dringend aufgefordert, ihre Unabhängigkeit wieder richtig wahrzunehmen“, sagt Bollmann. „Wenn wir wieder zur Rechtsstaatlichkeit zurückfinden, werden sich die Migrationskrise, die Coronakrise und die Steuerverschwendung fast von alleine lösen.“

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