zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 15:17 Uhr

Braak : Die Holzpreise sind zurzeit stabil

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg zog Bilanz.

Braak | Rund 80 Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg nahmen am Mittwochabend an der Jahresversammlung im Gasthof „Zur Eiche“ in Braak teil. Neben forstwirtschaftlichen Themen stand hier turnusmäßig die Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern an.

Nach dem Ausscheiden von Klaus Doose (Gönnebek), der sich 32 Jahre ehrenamtlich für die Waldbesitzer engagierte, rückt nach einstimmigem Votum aus der Versammlung nun dessen Sohn Kai in den Vorstand nach. Als Vorstandsmitglied wiedergewählt wurde Tile Abel aus Beckershof. Lobende Worte nahm außerdem Geschäftsführer Axel Koch vom Vorsitzenden Peter Seefeldt für seine 30-jährige erfolgreiche Arbeit für die Interessengemeinschaft entgegen.

In seinem Bericht führte Koch aus, dass die Betriebsgemeinschaft mit aktuell 584 Mitgliedern einen Zuwachs von 12 Mitgliedern verzeichnen kann. Die Forstbetriebsgemeinschaft hat im vergangenen Jahr auf einer Fläche von rund 4800 Hektar 5000 Festmeter Stammholz sowie 16  700 Raummeter Industrieholz eingeschlagen. Mit rund 200 000 Pflanzen wurden 42 Hektar Waldfläche aufgeforstet. Zur Kultursicherung wurden außerdem 73 Hektar freigemäht. Zur Vermarktungssituation erklärte Koch: „Die Preise sind zurzeit stabil. Außer der Buche lassen sich alle Sortimente gut vermarkten“.

Torsten Kruse, Projektleiter in der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, informierte die Mitglieder unter anderem über den derzeitigen Stand der Fördermöglichkeiten für waldwirtschaftliche Projekte. Die Töpfe seien hier zwar zurzeit ausgeschöpft. Doch die Waldbesitzer sollten trotzdem ihre Anträge stellen, um den Druck zu erhöhen. „Die zur Verfügung gestellten 3 Millionen Euro reichen bei Weitem nicht aus, um 1000 Hektar Wald wieder aufzuforsten“, erläuterte er im Hinblick auf die Schäden, die die Stürme Christian und Xaver im Jahr 2013 angerichtete hatten.

Zum vorliegenden Entwurf zur Änderung des Wald-, Jagd- und Naturschutzgesetzes äußerte sich im Anschluss Jens Fickendy-Engels, Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Waldbesitzerverbandes. „Für die Bewirtschafter sieht es darin nicht gut aus“, schickte er seinen Ausführungen voraus. Als Beispiele nannte er hier unter anderem das vorgesehene Vorkaufsrecht des Landes sowie die Neudefinition der heimischen Baumarten. „Demnach dürften wir in Zukunft zum Beispiel keine Douglasien mehr pflanzen“, erklärte er. Ebenfalls kritisch wurde von ihm die erweiterte Nutzung der Daten aus dem Waldkataster beurteilt. „Hier haben wir die Zusage des Landes, dass diese Daten nur für forstliche Zwecke genutzt werden. Doch nun sollen sie, ohne dass man uns gefragt hat, auch anderweitig zur Verfügung gestellt werden. Dies halte ich für einen eklatanten Vertragsbruch, den wir so nicht hinnehmen werden“, erklärte er und erhielt dafür einhellige Zustimmung aus der Versammlung.

Für eine erweiterte Nutzung des Katasters ohne persönlichen Datenbezug sprach sich dagegen Axel Timmermann von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg aus. Er argumentierte, dass die Datensammlung aus Steuermitteln finanziert wurde und somit auch anderen Projekten für fachliche Erkenntnisse zur Verfügung stehen müsse.

Die umfangreiche Gesetzesänderung wird zurzeit in Fachgremien der Landesregierung weiter beraten. Mit dem Inkrafttreten rechnet Fickendy-Engels nicht vor 2016.  




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen