Sommerhoch Annelie : Die Hitze hat die Stadt fest im Griff

Mehr als 9 Stunden in der prallen Sonne arbeiteten gestern Mustafa Yikilkan (von links), Torge Minak und Martin Behrens auf dem Kuhberg. Um ihren Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen, tranken die Bauarbeiter viele Liter Wasser.
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Mehr als 9 Stunden in der prallen Sonne arbeiteten gestern Mustafa Yikilkan (von links), Torge Minak und Martin Behrens auf dem Kuhberg. Um ihren Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen, tranken die Bauarbeiter viele Liter Wasser.

Die Zahl der Rettungseinsätze wegen Herz-Kreislauf-Beschwerden steigt. Bauarbeiter schwitzen, Kleingärtner genießen das Wetter.

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03. Juli 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Das Thermometer auf dem Großflecken wollte gestern gar nicht mehr aufhören zu steigen. Bei 32 Grad war  am Nachmittag schließlich Schluss. Hoch Annelie hat mit  tropischen Temperaturen laut der Wetterprognose auch am Wochenende  Neumünster fest im Griff.  Während im Freibad und in den Eisdielen derzeit viel los ist, müssen andere unter der sengenden Sonne schuften.

Mehr als neun Stunden lang verlegten Torge Minak, Martin Behrens und Mustafa Yikilkan Pflastersteine auf dem Kuhberg. „Das ist eine Terminsache, wir müssen rechtzeitig fertig werden“, erklärte Torge Minak, die Wasserflasche stets griffbereit zur Hand. Heute wollen die Bauarbeiter eine Stunde früher anfangen. Sie hoffen wieder auf etwas Wind, der vom Teich herüberweht. Die Luft wird dabei  wohl nicht mehr ganz so stark nach Modder riechen wie in den vergangenen Tagen. Denn das Wasser im Teich war für Baumaßnahmen an der Schleusau abgelassen; vielen Bürgern war der Geruch durch die Ablagerungen und den Müll unangenehm aufgefallen.  „Nun wird das Wasser  wieder angestaut“, erklärt der stellvertretende Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ), Holger Fockenga. „Außerdem fischt eine Kolonne von Arbeitern vor dem Wochenende nochmal den Müll aus dem Wasser“, verspricht er.

Den Duft seiner vielen blühenden Pflanzen in seinem Kleingarten der Bahn-Landwirtschaft genießt dagegen Dieter Jenß.  In dem kleinen Idyll „fühle ich mich richtig wohl“, sagt er, trinkt einen Schluck und lehnt sich gemütlich im Liegestuhl zurück.

Ausruhen, leichte Kleidung tragen und besonders viel trinken (keinen Alkohol!), sind auch die Ratschläge von Prof. Andreas Schuchert, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Das gelte besonders für ältere Menschen. Zudem sollte man  in der  Mittagshitze keinen Sport machen oder schwere Arbeiten erledigen. Der Mediziner warnt vor Hitzschlägen: „Wenn jemand einen roten Kopf und trockene Haut hat und leicht verwirrt ist, muss er sofort in die Klinik. Dann besteht Lebensgefahr“, sagt Schuchert. Der Rettungsdienst verzeichnete gestern  bereits leicht zunehmende Zahlen von Herz-Kreislauf-Beschwerden.

„Die Wald- und Flächenbrandgefahr steigt ebenfalls“, sagt der  Chef der Berufsfeuerwehr, Sven Kasulke. Er appelliert an die Bürger, offene Flammen  in jedem Fall zu vermeiden und auch keine brennenden Zigaretten aus dem Fenster zu werfen. „Selbst bei Kleinstbränden sollte sofort die Feuerwehr gerufen werden, damit nichts Schlimmeres passiert“, sagt er.

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