Bordesholm : Die Hilfsaktionen haben sehr viel bewirkt

Aija Trauberga  hat Dokumente zur Patenschaft gesammelt.
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Aija Trauberga hat Dokumente zur Patenschaft gesammelt.

Auch nach 21 Jahren hat die Partnerschaft zwischen den Gemeinden Bordesholm und Kekava Bestand. Die Sozialstation in der lettischen Gemeinde hat sich gut entwickelt.

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29. Dezember 2014, 16:15 Uhr

Bordesholm | Am 24. Juni 1993 wurde der Partnerschaftsvertrag zwischen den Gemeinden Bordesholm und Kekava/Lettland geschlossen. Verbunden war das mit einer ersten spontanen Hilfsaktion, bei der Bordesholmer in kürzester Zeit rund 1000 Lebensmittelpakete spendeten, die per Lastwagen nach Kekava gebracht wurden. In diesem Monat war auch wieder eine Bordesholmer Delegation in Lettland.

Begleitet wurde die Transportmannschaft der ersten Stunde von einer Bordesholmer Delegation mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung, die für eine Partnerschaft standen, die nunmehr seit 21 Jahren in beiden Kommunen einen festen Platz einnimmt.

Die Paketaktion wurde in den Folgejahren mehrmals wiederholt. Zugleich entwickelten sich umfangreiche technische Hilfslieferungen und -maßnahmen für Kekava. Dazu gehörten unter anderem medizinische Geräte, Medikamente, Rollstühle, Gehhilfen, Schulmöbel und Bekleidung. Mit Hilfe einer Kieler Firma konnten in der baltischen Kommune vier komplette Zahnarztpraxen technisch neu ausgestattet.

Auch wurde in Kekava eine Sozialstation gegründet, die mustergültig für das Lettland war. Gründungsmitglieder waren einst die Gemeinden Kekava und Bordesholm sowie die beiden evangelischen Kirchengemeinden aus Kekava und die Kirchengemeinde Christuskirche aus Bordesholm sowie das Diakonische Zentrum Riga. Die Station entstand mit erheblicher finanziellen Unterstützung des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein. Eine Kleiderkammer, Haus- und Familienpflege, persönliche Betreuung Bedürftiger, eine kleine Einheit betreuten Wohnens sowie ein Mittagessenangebot vorwiegend für alte Menschen sind die Schwerpunkte der Arbeit.

Und die 21-jährige Partnerschaft wird auch dokumentiert: Aija Trauberga ist Deutschlehrerin, Dolmetscherin der ersten Stunde und Chronistin der Partnerschaft auf lettischer Seite. Ihre Aufzeichnungen füllen 14 Aktenordner.

Die großen Hilfslieferungen von damals finden heute nicht mehr statt. Traditionell organisieren aber die Mitglieder des Bordesholmer Partnerschaftsvereins um den Vorsitzenden Manfred Osbahr im Dezember stets einen Transport ins rund 1600 Kilometer entfernt Kekava, um persönlichen Geschenkpakete in Schuhkartongröße auszutauschen. Diesmal wurde die Gruppe von seinem Stellvertreter Dieter Randig geleitet, der sehnsüchtig erwartet nach einer Übernachtung in Warschau in Kekava eintraf.

Beeindruckt war Randig von der Entwicklung der kleinen Sozialstation. Mittlerweile gibt es ein Betreuungszentrum für 56 stationär betreute Personen, eine Tagespflegeeinrichtung für 40 Personen sowie Notunterkünfte für Familien. „Mein größter Wunsch sind zwei weitere Etagen für die Pflegebedürftigen“, verriet die Leiterin Vitolds Krievins.

Nach einem zweitägigen Gedankenaustausch unter anderem mit Juris First, dem lettischen Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, sowie Bürgermeister Valts Variks über mögliche Projekte von Schülergruppen aus den beiden Kommunen im nächsten Jahr traten Dieter Randig und Werner Petersen vom Bordesholmer Verein die Heimreise an.  


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