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Bürgerentscheid : Die Großflecken-Frage spaltet die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Courier-Leser haben ihre Meinung dazu geäußert, ob der Großflecken künftig für den Durchgangsverkehr gesperrt werden soll.

von
erstellt am 08.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Zukunft des Großfleckens bewegt die Neumünsteraner. Soll er für den Durchgangsverkehr gesperrt werden? Auf den Aufruf des Couriers in der gestrigen Ausgabe haben sich zahlreiche Leser geäußert. Hier sind die ersten Zuschriften.

Irmgard Hönkhaus: Der Großflecken darf nicht gesperrt werden. Für alle Geschäfte in der Stadt
wäre das das Aus. Es wird für die doch schon schwer genug, wenn das neue Einkaufszentrum gebaut wird. Ich freue mich auf das neue Einkaufen, aber die Innenstadt darf nicht still gelegt werden, und das würde bestimmt passieren.


Heinrich Klimek: Nein zur Sperrung – oder nur dann, wenn gleichzeitig der Verkehr so ausgebremst wird, dass auch Menschen, die auf einen Gehwagen angewiesen sind, absolute Vorfahrt vor allen anderen haben, ohne sich vor flott fahrenden Autos in Sicherheit bringen zu müssen. Dann wäre schon Schrittgeschwindigkeit zu schnell – was den Vorteil hat: Der/die Beifahrer/in kann zwischendurch schnell rausspringen und ein paar Einkäufe tätigen. Das generiert sicher gigantische Umsatzzuwächse. Den Dauerstau verknusen wir leicht und locker, denn das ist eine spezielle Neumünsteraner Übung, die wir in Perfektion beherrschen. Besser wäre eine Lösung wie z.B. in Schleswig: großzügig bemessene innenstadtnahe Parkflächen, die die ersten drei Stunden kostenlos sind. Oder wie wäre es z.B. mit einer preiswerten „Neumünster(jahres)karte“ für den Nahverkehr, die sich auch Menschen mit geringem Einkommen leisten können? Ich denke, dann wären viele Menschen bereit, mal eben in die Stadt zu fahren.

Uwe Bischke: Mich erstaunt die Meinung der Ladenbesitzer, dass der Durchgangsverkehr den Umsatz steigern soll. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie angehalten, um etwas zu kaufen, wenn ich zum Durchgangsverkehr gehörte. Die Ladenbesitzer sollten einmal ihre Kunden fragen, wie sie mit welchem Verkehrsmittel gekommen sind. Dabei werden sie feststellen, dass die meisten Autofahrer nicht auf dem Flecken parken, sondern auf Parkflächen, die auch bei einer Sperrung zur Verfügung stehen würden. Wenn aber auf dem Flecken Ruhe herrschen würde, würde er viele Leute anziehen, um zu verweilen, einen Kaffee zu trinken und die Atmosphäre zu genießen. Die Ladenbesitzer könnten von der Masse der Besucher profitieren und zu zusätzlichem Umsatz kommen. Viele Städte mit Fußgängerzonen haben von dieser Idee profitiert. Ich kann gar nicht verstehen, warum man aus diesen Erfahrungen nicht in Neumünster lernen will. Sollte es durch den Durchgangsverkehr auf dem Flecken laut bleiben, werde ich lieber ins neue Einkaufszentrum gehen, denn dort fahren keine Autos.Wenn die Geschäfte am Flecken gegen das Einkaufszentrum bestehen wollen, müssen Sie eine Attraktivität bieten, die ein EKZ nicht hat – offene Flächen mit viel Licht und Natur, wo Kinder spielen können und Menschen lachen können und sich einfach nur wohl fühlen. Der Flecken muss zu einem Freizeitziel werden, wo man gerne hinfährt und dann aus Langeweile oder einfach nur, weil man von den Auslagen der Geschäfte animiert wird, auch noch einkauft.

Auch auf der Facebook-Seite des Couriers wird die Großflecken-Frage munter diskutiert. Pro und Contra halten sich etwa die Waage. Hier eine Auswahl der Kommentare von gestern:

Jan Weber: Warum Dinge ändern, wenn sie funktionieren? Das zeigt wirklich, dass wir anscheinend keine weiteren Probleme haben.

Alina Ladewig: Ich finde, dass der Großflecken gesperrt werden sollte, da ich der Meinung bin, dass es dann eine viel entspanntere Atmosphäre in der Stadt wird. Außerdem könnte man die Verspätungen der Busse vermeiden.

Sammy Kröger: Er sollte auf bleiben. Es hat schon nicht bei dem Versuch geklappt. Es ist Jahrzehnte so.

Jeaney Be: Wenn er offen bleibt, sollte mittendrin eine Ampel aufgebaut werden. Selbst mit Zebrastreifen brettern die Autofahrer rücksichtslos durch.

Mosqito Vidaloca: Der Großflecken sollte offen bleiben, damit man da auch mal anhalten kann, schnell was essen oder einkaufen.

Ferry Krüger: Der Großflecken muss unbedingt für Autos gesperrt werden. Für Fußgänger ist es eine Zumutung.

Marina Kippscholl: Er sollte auf bleiben, weil der Ring die Massen nicht auffangen kann, aber er sollte für Fußgänger optimiert werden, z.B. durch Zebrastreifen, Unterführungen. Und bei der Gelegenheit bitte gleich das Kopfsteinpflaster im Fußgängerbereich entfernen.

Verena Vatteroth: Der Großflecken sollte gesperrt werden, weil wir als Fußgänger dann auch mal die Möglichkeit haben, auf die andere Straßenseite zu kommen. Ich stand letztens sage und schreibe 10 Minuten an der Straße mit Kinderwagen und habe gewartet, dass mich mal ein Autofahrer rüber lässt.

Ingo La Maaque: Zehn Minuten – wo standest Du? Die Straße mit dem Metall in der Mitte ist die Autobahn!

Der Courier sammelt weiter Meinungen. Briefe bitte an: Holsteinischer Courier, Lokalredaktion, Kuhberg 18. Per Fax: 946-1717. Per Email: redaktion.neumuenster@shz.de. Oder im Internet bei www.facebook.com/courier.nms.

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