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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 21:07 Uhr

Boostedt : Die große Straße bleibt eine Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach Ankunft der Flüchtlinge in Boostedt sind die Verantwortlichen im Wesentlichen mit dem Start zufrieden. Im Supermarkt gibt es ein spezielles Angebot.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 11:00 Uhr

Boostedt | Die Flüchtlingserstaufnahmestelle in Boostedt ist nun seit zwei Wochen in Betrieb. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten, die Mitarbeiter des Betreuungsvereins des DRK, die Polizei und der Essenslieferant haben ihre Arbeit dort aufgenommen. Anfang Mai sollen es 350 Frauen, Männer und Kinder sein, die auf dem ehemaligen Kasernengelände Zuflucht finden. Am Ende des Jahres werden hier 500 Menschen wohnen. Bisher sind die Institutionen mit dem Verlauf der Inbetriebnahme zufrieden. Doch es gibt auch Kritik, denn nicht alle Schwierigkeiten sind behoben. So macht eine fehlende Straßenüberquerung der Gemeinde noch Sorgen.

Sicher ist: Im Umfeld der Einrichtung hat sich bereits einiges getan. So wurde die von der Gemeinde geforderte Straßenbeleuchtung an der Zuwegung zur Aufnahmestelle in den vergangenen Wochen installiert, und ein neues Schild weist Besuchern jetzt den Weg. Und selbst der gegenüberliegende Netto-Supermarkt an der Neumünsterstraße (K 111) stellt sich bereits auf auf die neue Kundschaft ein. „Sowohl in unserem Netto-Markt in Neumünster als auch in Boostedt stellen wir den Kunden mit einem türkischen Sortiment eine Auswahl an orientalischen Spezialitäten zur Verfügung“, erklärte dazu Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto, auf Anfrage. Bestätigt wurde von ihr ebenfalls, dass die Filial-Mitarbeiter in Neumünster am Haart gute Erfahrungen mit den Asylbewerbern machten. Deshalb sei auch in Boostedt der Einsatz eines Sicherheitsdienstes bisher nicht vorgesehen.

Offen bleibt allerdings, wie die Kunden den Markt sicher erreichen sollen, denn die stark befahrene Straße ist an dieser Stelle 21 Meter breit und somit nicht gefahrlos zu überqueren. Die Boostedter Polizei hatte diesbezüglich vorsorglich bereits im vergangenen November beim zuständigen Kreis Segeberg Bedenken angemeldet (der Courier berichtete). Doch bisher gibt es bei der dortigen Verkehrsaufsicht keine Pläne für eine Querungshilfe. „Verkehrsrechtliche Anordnungen werden nicht auf Vorrat getroffen. Hier müssen zunächst Zahlen vorliegen, aus denen sich dann unter Umständen ein entsprechender Bedarf ergibt“, erläuterte dazu Michael Krüger, Abteilungsleiter der Verkehrsaufsicht des Kreises, auf Anfrage. Die Behörde sei jedoch im Kontakt mit der örtlichen Polizei. Sollten die Beamten eine erhöhte Gefahr an dieser Stelle beobachten, werde man auch reagieren, erklärte er.

Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) kommentierte diese abwartende Haltung der Behörde auf Anfrage mit Unverständnis. „Hier wird mit dem Leben von Menschen gespielt. Meiner Meinung nach handelt der Kreis absolut fahrlässig. Es ist doch offensichtlich, dass die Menschen aus der Aufnahmestelle über die Straße gehen werden um einzukaufen. Da kann man doch nicht abwarten, bis etwas passiert“, erklärte er.

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