zur Navigation springen

Wenn es drängt: : Die große Not mit der Notdurft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei der städtischen öffentlichen Toiletten sind schon länger gesperrt. Noch immer verhandelt die Stadt mit der Bahn um die Rotunde

Neumünster | Gleich zwei öffentliche Toiletten in der Innenstadt bereiten der Stadt große Sorgen: das Klo-Häuschen an der Ecke Am Alten Kirchhof / Christianstraße sowie das historische Pissoir, auch Rotunde genannt, an der Bahnhofstraße. Beide sind geschlossen.

Anfang Mai erregte Wasserdampf auf der Kreuzung Christianstraße / Parkstraße Aufsehen (der Courier berichtete). Wie sich herausstellte, hatte die Wasserleitung zum Toilettenhäuschen neben dem ehemaligen Karstadt-Parkdeck ein Leck. Das kalte Wasser tropfte unter der Kreuzung durch die Isolierung der Fernwärmeleitung und verdampfte, der Wasserdampf stieg durch die Kanalisation zur Straße auf. Seitdem ist das Klo-Häuschen dicht. „Das Rohr ist repariert und der Hausanschluss neu gelegt. Wir warten jetzt auf die Freigabe durch den Installateur, damit wir eine Wasseruhr einbauen können“, sagt Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt. Ob das noch im November passiert, ist fraglich.

Weiterhin unklar ist die Zukunft der denkmalgeschützten Rotunde an der Bahnhofstraße gegenüber der St. Maria-St. Vicelin-Kirche. Die Stadt möchte das Pissoir vom Eigentümer, der Deutschen Bahn, kaufen (der Courier berichtete). „Wir wollen die Verhandlungen zeitnah zum Abschluss bringen“, sagt Stadtsprecher Stephan Beitz. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis teilte gestern mit, die Fachabteilung habe sich dazu noch nicht geäußert. Die mittlerweile fast vierjährige Posse um das Relikt aus dem 19. Jahrhundert geht damit weiter, der Schandfleck bleibt. Die DB Netz will die Brücke über die Bahnhofstraße in den kommenden Jahren sanieren und das Grundstück während dieser Arbeiten als Baustellenfläche nutzen. Die Stadt will das Pissoir aber nur mit Grundstück kaufen und hat Sanierungskosten von 60    000 Euro für die seit 2007 denkmalgeschützte Bedürfnisanstalt eingeplant. „Wenn sich nicht bald etwas tut, werden wir von Amts wegen eine Anordnung zur Wiederherstellung an die Bahn schicken“, sagt Beitz.

In der Innenstadt gibt es außerdem noch im Keller des Pavillons auf dem Großflecken, im Marktmeisterhäuschen auf dem Kleinflecken sowie in Rencks Park öffentliche städtische Toilettenhäuschen.

KOMMENTAR

von Thorsten Geil

Ein Besuch ist alles andere als ein wunderbares Erlebnis.  Aber wer jemals ein dringendes Bedürfnis gehabt hat, der weiß: Eine öffentliche Toilette ist im Notfall niemals zu hässlich oder zu stinkig. Die beiden Buden an der Bahnhofstraße und neben der Anscharkirche werden natürlich nicht von den Massen benutzt, aber da sie nun einmal da sind, sollten sie auch endlich wieder gangbar gemacht werden. Diese von Weitem sichtbaren Gitter, die den Zugang versperren sollen, sind alles andere als attraktiv - und halten auch längst nicht jeden ab. Neumünster hat nicht zu viele öffentliche Toiletten, und die wenigen sollten doch einfach nur funktionieren.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen