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Schüler-Workshop : Die größte Trommelgruppe der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Musik-Professor aus Afrika begeisterte alle 400 Wilhelm-Tanck-Schüler mit seinen Rhythmen / Er war bereits zum dritten Mal hier

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2015 | 17:14 Uhr

Neumünster | „Kafa-Koto-Ba-Alaba“: Morphius Eurapson-Quaye (67) aus Ghana singt es, trommelt es. Ohrenbetäubendes rhythmisches Getrommel erfüllte gestern die Turnhalle der Wilhelm-Tanck-Schule an der Färberstraße: Der ehemalige Professor für traditionelle afrikanische Musik aus Ghana gab charismatisch und mit viel Gefühl sein Wissen an die Schüler weiter. Am Ende der zwei Workshop-Tage hatten alle 400 Schüler mitgemacht.

Bereits zum dritten Mal reiste der Musiker nach Neumünster. Rund 100 Schüler bildeten einen großen Halbkreis mit allen Rhythmus-Instrumenten, die beschafft werden konnten – Schlagzeugbecken, Djembe, Congas, große Trommeln, aber auch kleine selbstgemachte Instrumente. Notfalls wurde auf dem Rücken des Vordermanns getrommelt. Morphius betonte, wie wichtig es ist, den Rhythmus zu fühlen und eine innere Balance zu finden: „Ihr müsst Euch auf Eure starken Gefühle konzentrieren, Ihr habt einen natürlichen Rhythmus. Ihr müsst die Power fühlen“, sagte er auf Englisch. Mit Handzeichen machte er klar: „Nicht 60 Prozent Kopf und 40 Prozent Herz, sondern umgekehrt.“ Enthusiastisch schlug er immer wieder leidenschaftlich die Trommel – in verschiedenen rhythmischen Folgen, und alle Schüler machten begeistert mit.

Vermittelt hatte den Workshop Musiklehrerin Christine Seifert, die vor vier Jahren selbst an einem Workshop des Afrikaners teilnahm. „Das gibt Körpergefühl, ganz viel Freude, die Schüler spüren sich, und der Rhythmus ist ansteckend.“ Monatelang geht der Trommel-Guru auf Tour. Sein eigentliches Projekt: eine Schule, in der Jugendliche kostenlos in traditionellem Handwerk und Musik ausgebildet werden. Viele deutsche Freunde unterstützen ihn (www.friends-of-africa.de).

Die WTS-Schüler trommelten mit heißen Händen und fröhlichen Gesichtern. „Sehr gut, man lernt die Musik anderer Kulturen kennen, ich habe mich frei und sicher gefühlt“, sagt Lennard (14), der von Morphius zum „best friend“ gemacht wurde. „Einfach überragend. Ich war schon mal vor zwei Jahren sein bester Freund. Das Trommeln macht Spaß und ist befreiend, das ist cool und macht mich glücklich“, schwärmte Deniz (15).

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