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Viele Krankheitsfälle : Die Grippewelle hat Neumünster fest im Griff

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Stadt breitet sich die Grippe aus. In vielen Praxen herrscht derzeit Hochkonjunktur. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen.

Neumünster | Überfüllte Arztpraxen und kranke Mitarbeiter: Die Grippe breitet sich derzeit in der Stadt aus. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen.

Auch in der Praxis von Dr. Johannes Kandzora am Teich herrscht momentan Hochbetrieb. „Wir haben aktuell viele Jugendliche, bei denen wir die echte Influenza nachgewiesen haben. Auch die grippalen Infekte nehmen stark zu. Wir sprechen im Februar zwar immer von einer Hoch-Zeit, aber es sind gefühlt deutlich mehr Fälle als in den vergangenen Jahren“, sagt Kandzora, der auch Vorsitzender des Medizinischen Praxisnetzes in Neumünster ist: „Die Praxen in der Stadt sind voll, das berichten auch die Kollegen. Viele sind derzeit am Rande der Belastungsgrenze.“

Das bestätigt der Allgemeinmediziner Christian Winkelhog, der seine Praxis am Kuhberg hat: „Es sind in diesem Jahr vor allem die jungen Leute zwischen 15 und 45 Jahren, die von der Influenza erwischt wurden und richtig krank sind. Diese Phase dauert auch schon seit Längerem an. Man denkt immer, dass langsam Schluss sein sollte, aber das ist nicht der Fall.“

Auch in den Schulen ist die Erkältungszeit zu spüren. „Wir merken durchaus, dass die Zahl der Krankmeldungen zunimmt. Von einer Grippe- oder Krankheitswelle kann allerdings keine Rede sein“, sagt Schulrat Jan Stargardt.

Etwas prekärer ist die Lage derzeit in den Kindertagesstätten. „Sehr viele Kinder leiden unter grippalen Infekten, und wir haben auch einen ganzen Stapel von Krankmeldungen der Mitarbeiter“, sagt Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung. „Die Situation bessert sich langsam, aber in den vergangenen zwei Wochen mussten wir mitunter Kita-Gruppen zusammenlegen, weil Kollegen fehlten“, sagt er. Die Kita-Leiter sind angehalten, alles zu vermeiden, was zu einer Ansteckung führen könnte. Doch komplett verhindern lasse sich das natürlich nicht, sagt Asmussen.

Auch in der Andreas-Kita in Tungendorf kennt man in diesem Winter hartnäckige Krankheitswellen. Dort grassierten bereits Magen-Darm-Infekte und grippale Erkrankungen. Kita-Leiterin Helga Löhn weiß um die Hauptursachen für die Verteilung von Viren und Bakterien. „Leider schicken einige Eltern ihre Kinder auch mal krank in die Kita. Das ist natürlich nicht förderlich. Denn auch wenn ein Kind vielleicht kein Fieber hat, so fühlt es sich dennoch nicht gut und steckt andere an“, sagt sie. Darum suchen die Mitarbeiter das Gespräch mit den Eltern, plädieren für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Problem und bitten sie, dass sich der Nachwuchs zu Hause auskuriert. „Kranke Kinder stecken auch Erzieher an – und dann können wir irgendwann die Betreuung nicht mehr gewährleisten“, so die Leiterin. Damit es möglichst nicht zur Übertragung von Krankheitserregern kommt, lernen die Kinder in der Andreas-Kita das richtige Händewaschen mit Seife und werden konsequent daran erinnert. Außerdem desinfizieren die Erzieher bei gehäuften Krankmeldungen noch intensiver besonders die Gegenstände, die durch viele Hände gehen – wie etwa Türklinken oder Telefone.

Das Gesundheitsamt der Stadt verzeichnet seit dem 13. Februar sechs laborbestätigte Influenza-Fälle. Die Dunkelziffer könnte allerdings deutlich höher sein, weil nicht jeder Krankheitsfall gemeldet wird. Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus gibt es derzeit keinen Patienten, der mit echten Grippe-Symptomen behandelt wird. Wer betroffen ist, sollte sich in erster Linie auskurieren. „Sportpausen einlegen und körperliche Anstrengungen vermeiden“, lautet der Tipp von Dr. Johannes Kandzora. Zur Vorbeugung rät Dr. Christian Winkelhog, sich regelmäßig die Hände zu waschen: „Sämtliche Türklinken in der Stadt anzufassen und sich danach die Pizza in den Mund zu schieben, das ist nicht empfehlenswert.“

 

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erstellt am 23.Feb.2017 | 06:30 Uhr

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