Landwirtschaft : Die Getreideernte beginnt verspätet

Der Weizen, wie hier bei Altbokhorst, steht noch auf grünen Halmen. „Dieses Jahr darf mit eher durchschnittlichen Erträgen gerechnet werden“, meint Heiner Staggen aus Schipphorst.
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Der Weizen, wie hier bei Altbokhorst, steht noch auf grünen Halmen. „Dieses Jahr darf mit eher durchschnittlichen Erträgen gerechnet werden“, meint Heiner Staggen aus Schipphorst.

Zu kühl und zu wenig Regen: Ernte der Gerste könnte eventuell am Wochenende beginnen. Höhere Preise dürften leichte Einbußen wettmachen

shz.de von
16. Juli 2015, 09:00 Uhr

Schillsdorf | Kühle Temperaturen und fehlender Regen haben den Erntebeginn nach hinten verschoben.

2014 sind die Mähdrescher bereits am 3. Juli in die Gerste gefahren. „Ein Erntebeginn um den 10. Juli darf als normal betrachtet werden“, sagt der Plöner Kreisbauernverbandsvorsitzende Heiner Staggen aus Schipphorst. Dieses Jahr müssen die Getreidebauern Geduld mitbringen. Im Juni hat es gerade einmal 22 Millimeter Regen gegeben. Regenmengen von drei Millimetern, wie in den vergangenen Tagen, reichen kaum aus, die Böden oberflächlich zu befeuchten. Hinzu kamen kühle Tage im Mai und Juni, die besonders auf der Geest für gehemmtes Wachstum sorgten. „Im Oldesloer Raum sind die ersten Gerstenfelder gedroschen. Ähnlich sieht es in Lauenburg aus“, meinte Staggen. Weniger Wind und kontinentaleres Klima machen einen spürbaren Unterschied gegenüber dem Geestrücken und Lagen zwischen Nord- und Ostsee aus.

Allerdings habe die kühle Witterung auch Vorteile gehabt. Es waren weniger Pflanzenschutzeinsätze erforderlich, da besonders Pilzbefall eher bei feuchtwarmer Witterung im Getreide auftritt. Auch beim Mais haben sich inzwischen die Reihen geschlossen. „Der braucht jetzt allerdings Regen“, sagte Staggen. Die Getreidebauern dürfen hoffen, dass der ersehnte Regen nicht gerade zur Ernte einsetzt. Bislang sind die Erwartungen eher gut als schlecht. Die Bedingungen für die Heuernte waren gut. Auch der erste Grasschnitt für Futtersilagen hat gute Ergebnisse gebracht. „Der zweite Schnitt fiel allerdings eher mäßig aus“, meinte der Schipphorster Landwirt. Hier und da gab es besonders in der Gerste durch Gewitterböen auf den Boden gedrücktes sogenanntes Lagergetreide. Das sei allerdings durchaus normal, meinte der Großharrier Schweinehalter Torben Sötje, der Gerste und Weizen als Futtergetreide für den eigenen Hof anbaut. „Bei der Gerste als erstem Erntegetreide dürfe mit durchschnittlichen Erträgen gerechnet werden. Beim folgenden Raps sind die Erwartungen etwas höher“, meinte Staggen. Der erreiche als Tiefwurzler immerhin Wasserschichten bis etwa 1,5 Meter Tiefe. Hier gab es wenig Ausfälle, eine lange Blüte über fünf Wochen und damit gute Schotenansätze. Allerdings gab es auch höheren Aufwand während und nach der Saat. Seitdem das Saatgut durch fehlende Beizstoffe anfälliger ist, müssen die Bauern Erdflöhe und Schädlinge wie die Kohlschotenmücke im Auge behalten. „Die gegenüber dem Vorjahr leicht geringeren Ernteerwartungen gleichen sich zurzeit allerdings durch leicht angezogene Preise für die kommende Ernte aus“, meinte Staggen.  



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