zur Navigation springen

Wankendorf : Die Gemeinde will den Alten Bahnhof verkaufen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zunächst wird ein Investor gesucht. Auch ein Abriss des Gebäudes steht zur Diskussion.

Wankendorf | Eine Sanierung des alten Bahnhofs in Wankendorf wird der Gemeinde zu teuer. Nun soll das Gebäude verkauft werden.

Der alte Wankendorfer Bahnhof war lange Jahre das Zuhause des Jugendvereins Waniko, der Landjugend und des Heimatmuseums sowie der Volkshochschule. Züge halten hier lange nicht mehr. Auch die Draisinenfreunde Mittelholstein aus Bokhorst fahren den Bahnhof nicht an. Dafür gibt es keine durchgehende Streckengenehmigung. Die Gleise werden nicht mehr gepflegt, und auch der alte Bahnhof selbst ist in die Jahre gekommen. Den Jugendverein gibt es nicht mehr. Die Renovierungen stauen sich. 15 000 Euro für die Heizung, 60 000 Euro für den nassen Keller, 50 000 Euro für die Fassade und etwa 25 000 Euro für Dachreparaturen – schnell seien 150 000 Euro zusammen, rechnete Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann während der Sitzung der Gemeindevertretung vor. Damit wären allerdings lange nicht alle Vorgaben für eine zeitgemäße energetische Sanierung des Gebäudes erfüllt. Einer Empfehlung aus dem Geschäftsausschuss der Gemeinde folgend sprachen sich Wankendorfs Ortspolitiker daher für einen Verkauf des alten Bahnhofs aus. Voraussetzung dafür sei es, einen Käufer mit einem Nutzungskonzept zu finden, erklärte Silke Roßmann. Außerdem soll ein Wertgutachten erstellt werden. Auch ein Abriss wurde nicht ausgeschlossen, sollte sich kein Interessent für den Bahnhof finden.

Dafür soll an anderer Stelle in der Gemeinde ein Familienzentrum entstehen. Rund 116 000 Euro will die Gemeinde dafür investieren. Das wäre der Eigenanteil der Gemeinde, da das Projekt mit 75 Prozent vom Land gefördert würde, sagte Roßmann. Eine Machbarkeitsstudie hätte den Bedarf aufgezeigt. „Auch aus dem Kreis Plön wird das Vorhaben begrüßt“, erklärte Wankendorfs Bürgermeisterin.

Außerdem würde der Kreis auch für einen Teil der laufenden Kosten aufkommen und sich mit etwa 25 000 Euro jährlich beteiligen. Ausgestattet mit einer Vollzeitstelle werden die laufenden Kosten auf etwa 70 000 bis 90 000 Euro geschätzt. Im Hauptausschuss der Gemeinde war die Empfehlung mehrheitlich für die Einrichtung gefallen. Wie schon im Ausschuss sprach sich Klaus Gerstand (CDU) auch in der Gemeindevertretung wegen der Höhe der laufenden Kosten gegen das Projekt aus. „Bei einer Beteiligung des Kreises und möglicherweise auch der Umlandgemeinden aus dem Amt Bokhorst-Wankendorf könnten die Kosten spürbar sinken“, meinte Wankendorfs Bürgermeisterin (CDU). Das Familienzentrum sei eine Bereicherung für Wankendorf", stimmte auch Sabine Friedel (SPD) zu. Unter dem Vorbehalt der Förderung soll das Projekt fortgesetzt werden.

Außerdem wurde der Austritt der Gemeinde aus dem Schulverband Sventana Bornhöved beschlossen. „Unsere Erwartungen wurden dort nicht erfüllt“, meinte Silke Roßmann, die bereits im Dezember den Vorsitz im Schulverband abgegeben hatte, nachdem es wie sie erklärte einseitige Absprachen der Bürgermeister aus dem Amt Bornhöved und auch teilweise drastische Kostenüberschreitungen bei Bauvorhaben gegeben hatte. Das habe sie nicht mehr mittragen wollen.

Außerdem wurde während der Sitzung eine neue Feuerwehrgebührensatzung verabschiedet.

Die Fortschreibung der Gemeindeentwicklungsstudie wurde auf das Jahr 2017 vertagt. Freuen dürfen sich die kleinen Bürger in der Gemeinde. Für Spielplatzerneuerungen und die Anschaffung von Geräten wurden jetzt bis zu 25 000 Euro bereitgestellt. Hier soll zunächst der Spielplatz am Zob neu gestaltet werden.  


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen