Grossenaspe : Die Gemeinde will beim Strom autark werden

Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) wirbt mit einem Flyer  für den vor Ort produzierten Strom.
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Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) wirbt mit einem Flyer für den vor Ort produzierten Strom.

Eine gemeindeeigene Anlage soll das Dorf versorgen. Die Haushalte erhielten Flugblätter, in denen eine unverbindliche Abnahmeabsicht abgefragt wird. Das Interesse ist groß.

shz.de von
07. April 2014, 07:00 Uhr

Die Gemeinde Großenaspe will künftig ihren Strom selbst produzieren. Nach anderthalb Jahren Verhandlungsführung mit der Kommunalaufsicht signalisierte die Behörde jetzt, dass die geplante gemeindeeigene Windkraftanlage im neuen Bürgerwindpark ans Netz gehen kann, wenn der hier erzeugte Strom ausschließlich direkt an die Großenasper Haushalte vermarktet wird.

Um dieser Forderung gerecht zu werden, wurden in den vergangenen Tagen Flugblätter an alle rund 1200 Haushalte verteilt, in denen eine unverbindliche Abnahmeabsicht abgefragt wird. Noch bis zum 20. April werden jetzt die Rückläufer gezählt und an die Aufsichtsbehörde gemeldet. „Wir müssen keine bestimmte Anzahl erreichen. Die Aufsichtsbehörde will hier lediglich das grundsätzliche Interesse sichergestellt wissen“, erklärte dazu Bürgermeister Torsten Klinger (CDU).

„Wir wünschen uns natürlich möglichst viele Direktabnehmer, denn wir dürfen als Gemeinde mit dem von uns produzierten Strom nicht als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb an den öffentlichen Markt gehen“, erläuterte er. Die bisherigen Rückläuferzahlen ließen jedoch darauf schließen, dass das Angebot bei den Großenaspern gut ankomme, berichtete der Bürgermeister zuversichtlich.

Wenn die Windkraftanlage ihren Betrieb (voraussichtlich im kommenden Jahr) aufnimmt, reicht die dort gewonnene Energie sowohl für sämtliche Haushalte als auch für die ortsansässigen Gewerbebetriebe aus. Damit wäre die Stromversorgung in Großenaspe komplett autark.

Mit ihrer Initiative übernimmt die Gemeinde damit eine Vorreiterrolle in Schleswig-Holstein. „Soweit ich weiß, hat es einen solchen Fall im Land noch nicht gegeben. Sonst hätte sich die Kommunalaufsicht ja auch nicht so schwer getan, unserem Antrag zustimmen“, erklärte Klinger nicht ohne Stolz.




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