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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 16:30 Uhr

Boostedt : Die Flüchtlinge packen mit an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das neue DRK-Kleiderhaus in der Boostedter Erstaufnahmestelle in Boostedt hat jetzt drei Etagen. Spenden werden immer noch benötigt.

Boostedt | Endlich ist genügend Platz: Das neue DRK-Kleiderhaus in der Flüchtlingserstaufnahmestelle Boostedt ist eröffnet. Mit dem Umzug aus den Kellerräumen, in denen nur 80 Quadratmeter zur Verfügung standen, kann die Kleiderausgabe für die zurzeit rund 1900 Bewohner nun auf rund 400 Quadratmetern stattfinden.

„Den Keller nutzen wir, um die Kleider zu sortieren, zu waschen und aufzubereiten. Im Erdgeschoss werden jetzt Frauen und Kinder eingekleidet, und im ersten Stock haben wir die Männersachen untergebracht“, erklärte Maria von Glischinski, Leiterin des DRK-Betreuungsdienstes in Boostedt.

„Wir geben nach Vorlage des Hausausweises Nummern aus. So kommt jeder der Reihe nach dran und kann sich in Ruhe umschauen“, erläuterte der DRK-Mitarbeiter Salin „Sunny“ Shahid, der das Kleiderhaus leitet, zum Ablauf. Dem ehemaligen Taxifahrer, der neben Deutsch und Englisch unter anderem auch Persisch und Hindi spricht, gefällt seine Aufgabe. „Es macht mir Spaß. Meine Sprachkenntnisse sind natürlich sehr hilfreich. Und wenn ich manchmal vor der Kantine meinen Ausweis zeigen soll, amüsiert mich das“, erzählte der Neumünsteraner mit pakistanischen Wurzeln schmunzelnd.

Personell betreut wird das Kleiderhaus von mehr als 30 Ehrenamtlern, die stunden- oder tageweise die Sachen waschen, sortieren und in die Regale legen. Außerdem stehen sie ihren Kunden gerne mit Rat und Tat zur Seite. Unterstützung bekommt die Gruppe auch aus den Reihen der Bewohner selber: Etwa 20 Flüchtlinge sind hier regelmäßig mit im Einsatz.

„Wir sind ein super Team. Es macht uns Freude, und die Dankbarkeit der Menschen ist groß. Das heulende Elend hat hier keiner“, erklärte Anita Mehrens lachend. Und ein Extra fällt den Helfern auch immer noch ein. „Ein kleiner Spaß mit den Kindern oder ein kurzes Gespräch trägt einfach zur guten Stimmung bei“, erzählte Josef Schneider. Und die Helferin Aurelija Breese nähte zu Hause noch in der Nacht ein paar Vorhänge für die Umkleiden, da ihr aufgefallen war, dass die noch fehlten. Maria von Glischinski lobte ihre unermüdliche Helferschar: „Das ist eine wunderbare Truppe. Alle sind mit Herz und Hand bei der Sache. Und die Organisation klappt super.“

Anrührend sind manche Päckchen, die in der Einrichtung ankommen. „Eine Frau aus Leck hat uns zum Beispiel einen ganzen Karton mit Kindersocken geschickt. Und jedes Paar ist liebevoll mit einem Anhänger versehen, auf dem die Größe steht“, erzählte Andreas Hinrichs, Stellvertreter von Maria von Glischinski.

Dennoch bleibt der Bedarf an Dingen groß. „Wir suchen dringend Männersachen in kleinen Größen sowie Koffer, Reisetaschen und Rucksäcke. Ebenso würden wir uns über Kinder-Trinktassen, Schlafsäcke für Neugeborene sowie Babypflegemittel freuen. Und jetzt im Winter wären natürlich Schlitten und Rutschschalen für die Kinder eine tolle Sache“, sagte Helfer Josef Schneider.

 

> Spender oder Helfer, die Kontakt aufnehmen möchten, können sich an Andreas Hinrichs wenden, Tel. 0 43 93 / 947 - 1 03 73 oder per E-Mail: andreas.hinrichs@drk-nms.de.



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