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Auswertung : Die fleißigsten Politiker der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Courier hat die Protokolle aller Rats- und Ausschusssitzungen ausgewertet: Klaus Grassau hat 2014 am längsten in Sitzungen gesessen.

Neumünster | Er hätte in dieser Zeit auch 20 Eishockeyspiele seines Lieblingsclubs Hamburg Freezers anschauen können: Ganze 3656 Minuten (das entspricht rund zweieinhalb Tagen) saß Klaus Grassau (51) im vergangenen Jahr in 19 Sitzungen der Ratsversammlung oder von städtischen Ausschüssen. Damit steht der CDU-Mann an der Spitze der „Fleiß-Rangliste“ der Ratspolitiker. Der Courier hat für diese Rangliste alle Protokolle von öffentlichen Sitzungen des Jahres 2014 ausgewertet.

Auf den Plätzen folgen Axel Westphal mit 3623 Minuten und Franka Dannheiser (beide SPD) mit 3303 Minuten. Nimmt man den erst im Dezember für Stefan Kommoß nachgerückten Reinhard Ruge (FDP) aus der Wertung, so brauchten Ralf Ketelhut (Grüne, 1712 Minuten), Jörn Seib (BfB/Piraten, 1632 Minuten) und Schlusslicht Jan Hinrich Köster (CDU, 1519 Minuten) am wenigsten Sitzfleisch. Das Trio steht auch bei der Zahl der Teilnahmen an Sitzungen auf den Kellerplätzen.

Bei dieser Auswertung ergibt sich allerdings auch eine andere „Fleiß-Reihenfolge“, denn natürlich tagt nicht jeder Ausschuss und jede Ratsversammlung gleich lange, und manche Gremien kommen generell öfter zusammen als andere (siehe Infokasten). So dauerten die Ratsversammlungen im Schnitt 263 Minuten, die Sitzungen des Hauptausschusses aber nur 79 Minuten. Der Hauptausschuss war im August auch in zehn Minuten mit der Tagesordnung fertig, der Bau-, Planungs- und
Umweltausschuss im Februar dagegen erst nach 265 Minuten. Und man darf auch nicht vergessen: Die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sportausschusses kamen neun Mal zusammen, die
des Feuerwehr-Ausschusses dagegen nur drei Mal. Wahlausschuss und Abstimmungsausschuss Bürgerentscheid wurden gar nur einmal einberufen.
  Bei der Zahl der Teilnahmen an Sitzungen gibt es ein Spitzentrio. Thorsten Klimm (SPD), Esther Hartmann (BfB/Piraten) und Barbara Woop (CDU) waren jeweils bei 22 Sitzungen anwesend. Hier folgen Axel Westphal (SPD) und Marianne Lingelbach (FDP) mit 20 Teilnahmen.

Die Dauer von Sitzungen sagt natürlich nichts über die Qualität der Arbeit aus. Während die Ausschuss-Termine für die Verwaltungsspitzen zum Beruf gehören, sind die Ratsmitglieder ehrenamtlich tätig, erhalten je nach Funktion eine monatliche Aufwandsentschädigung. Diejenigen, die auf der „Fleiß-Rangliste“ auf den hinteren Plätzen stehen, sind in der Regel beruflich stark eingespannt, fielen zeitweise krankheitsbedingt aus oder hatten aus wichtigen persönlichen Gründen weniger Zeit für die Kommunalpolitik. Andere haben ihre Schwerpunkte in Aufsichtsräten, anderen Gremien oder in ihrer Partei.

Klaus Grassau beispielsweise sitzt auch im Aufsichtsrat der Wobau, diskutiert im Stadtteilbeirat Tungendorf mit und hat Ämter in der CDU. „Dass ich viel mache, wusste ich. Dass es so viel ist, war mir aber auch neu“, sagte der Unternehmensberater erstaunt, aber zugleich erfreut über die Rangliste. Politik interessiert den gebürtigen Neumünsteraner schon lange. Seit 21 Jahren sitzt er für die CDU mit einer Unterbrechung im Rat. „Mein Vorteil ist, dass ich mir als Unternehmensberater meine Arbeitszeit einteilen kann“, sagt der Tungendorfer. Nur ein Abkommen musste er schließen: „Die Wochenenden gehören meiner Frau. Da versteht sie keinen Spaß.“

 

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erstellt am 02.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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