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Naturschutz : Die ersten Kröten testen den neuen Tunnel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nabu lobt die 140 000-Euro-Investition am Prehnsfelder Weg

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | Rund 140 000 Euro hat sich die Stadt den Einbau des neuen Krötentunnels am Prehnsfelder Weg kosten lassen. Aus Sicht des Naturschutzbundes Nabu, der sich seit Jahren um die große Krötenpopulation in der Gartenstadt kümmert, ist das eine überaus lohnenswerte Investition in den Naturschutz.

Mit dem Bau der Tunnelanlage hätten die Erdkröten erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Chance, ihr Überleben aus eigener Kraft zu sichern, unterstrich Jens Poweleit, 2. Vorsitzender des Nabu Neumünster, jetzt bei einer nächtlichen Inspektion der Anlage. Zwar haben sich wegen des bislang vergleichsweise kühlen Wetters nur wenige Kröten auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern im Tierpark aufgemacht, die Naturschützer sind aber bereits sicher, dass die Anlage von den Reptilien angenommen wird. Alle bisherigen Beobachtungen sprächen dafür.

„Wir beobachten die Wanderzüge der Kröten seit vielen Jahren, aber es ist das erste Mal, dass wir auf der Straße keine toten Tiere entdeckt haben“, versichert etwa Ingrid Thiel. Sie und ihr Mann Uwe gehören zum festen Stamm einer Nabu-Gruppe, die den Reptilien bislang in mühevoller nächtlicher Handarbeit über die Straße geholfen und damit vor dem sicheren Unfalltod bewahrt hat. Die Naturschützer haben dazu alle Jahre wieder entlang des Prehnsfelder Weges einen mehreren 100 Meter langen Fangzaun aufgestellt. Setzt bei entsprechender Witterung – ideal sind Temperaturen um 8 Grad und leichter Regen – dann die große Wanderung ein, krabbeln die Tiere an dem Hindernis entlang und plumpsen an dessen Ende in Eimer, die dann von den ehrenamtlichen Helfern über die Straße getragen wurden. Im Schnitt über 2000 wandernde Kröten wurden so Jahr für Jahr gerettet.

Nach ähnlichem Prinzip funktioniert auch die neue Tunnelanlage: Über rund 30 Zentimeter hohe, für die Reptilien unüberwindliche Leitplanken werden die Tiere zu den Eingängen von acht Tunneln geleitet, in denen sie gefahrlos unter der Fahrbahn hindurch marschieren können. Das Tunnelsystem ist dauerhaft installiert, gilt als wartungsfrei und soll über mehrere Jahrzehnte halten.

„Legt man die Investition auf die Jahre um, sind die Kosten für den Tunnel gar nicht mal so hoch“, verteidigt Nabu-Vertreter Jens Poweileit die Investition – „von den vielen Einsatzstunden der ehrenamtlichen Helfer einmal ganz abgesehen“.

Auch das Hochwasser, dass die Tunnelanlage erst vor wenigen Wochen geflutet hatte (der Courier berichtete), ändere nichts am Wert der Anlage. Solange nur einige Röhren im Trockenen liegen, gebe es keine Probleme, so Poweleit. Extremes Hochwasser auf den angrenzenden Wiesen sei außerdem eher die Ausnahme.

Der Krötentunnel war im vergangenen November als Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den „Flächenverbrauch“ im neuen Gewerbegebiet Eichhofpark angelegt worden.

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