Landtagswahl : Die Ersten haben schon gewählt

Die Stadt-Azubis Finn Hoppe (von links), Irene Reiswig (sitzend), Lena Burmeister und Nina Schroeder gaben gestern im Sitzungszimmer 2.5 des Neuen Rathauses die Briefwahlunterlagen aus.
Die Stadt-Azubis Finn Hoppe (von links), Irene Reiswig (sitzend), Lena Burmeister und Nina Schroeder gaben gestern im Sitzungszimmer 2.5 des Neuen Rathauses die Briefwahlunterlagen aus.

Briefwahlausgabestelle im Rathaus öffnete gestern. Unterlagen können auch online über die Internetseite der Stadt angefordert werden

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28. März 2017, 07:30 Uhr

Neumünster | „Um 9 Uhr war der ersten Briefwähler da und hat seine Unterlagen abgeholt“, berichtete Finn Hoppe. Der angehende Verwaltungsfachangestellte betreute gestern mit den drei weiteren Stadt-Azubis Lena Burmeister, Irene Reiswig und Nina Schroeder die Briefwahl-Ausgabestelle im Rathaus-Sitzungszimmer 2.5. Ab 8 Uhr konnte man dort gestern auch schon per Briefwahl seine Stimme für die Landtagswahl am 7. Mai abgeben.

„Der erste Online-Antrag liegt auch schon vor“, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Volker Bernaschek. 62  113 Wahlberechtigte gibt es in Neumünster. „Das ist der Stand der Aufstellung des Wählerverzeichnisses“, so Bernaschek. Dazu kommen im Wahlkreis 11 noch die Wähler in Boostedt. Bei der vergangenen Landtagswahl 2012 waren das in Neumünsters Umlandgemeinde etwa 3650 Wahlberechtigte. „Ich tippe nun auf 3800, da ja jetzt auch die 16-Jährigen wahlberechtigt sind“, sagte Bernaschek. In Neumünster gibt es genau 1627 Jungwähler im Alter von 16 und 17 Jahren, die jetzt erstmals ihre Stimme abgeben dürfen.

Die Daten für die Wahlbenachrichtigungen gingen am Freitag an die Druckerei. Es gibt nicht mehr die von früher bekannten Karten, die Bürger bekommen die Benachrichtigung als Brief. Bis zum 16. April sollten die Wahlbenachrichtigungen zugestellt sein. Wer bis dahin keine erhalten hat, kann sich unter Tel. 942-2730, 942-2746 oder 942-2798 melden.

Wer am Wahltag verhindert ist, kann die Briefwahlunterlagen aber auch ganz bequem online auf der Internetseite der Stadt www.neumuenster.de beantragen. „Erfahrungsgemäß haben wir zwischen 600 und 1000 Wähler, die ihre Unterlagen online beantragen“, so Bernaschek. Zur vergangenen Landtagswahl 2012 hatte die Stadt rund 4500 Briefwahlunterlagen ausgestellt.

Ausgezählt werden sie erstmals bei einer Landtagswahl zentral bei drei Briefwahlvorständen. „Das erleichtert die Arbeit, vermeidet Fehler und spart Zeit“, sagte Volker Bernaschek. Der Stichtag für die Ausgabe der Briefwahlunterlagen ist bei dieser Landtagswahl eine Woche vorverlegt, man hat also eine Woche mehr Zeit zu wählen. „Man will damit die Wahlbeteiligung erhöhen“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Die war bei der Landtagswahl vor fünf Jahren in Neumünster von 66 auf nur noch 53,7 Prozent abgestürzt.


> Öffnungszeiten Briefwahlausgabestelle: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr, Dienstag von 14 bis 17 Uhr und Donnerstag 14 bis 17.30 Uhr.

Standpunkt

Die Saarland-Wahl macht Hoffnung

An der Saar startete das Wahljahr  am Sonntag mit einem erfreulichen Signal.  Diese Einschätzung ist jetzt nicht auf das Stimmergebnis, die Sitzverteilung oder die Arithmetik möglicher Regierungskoalitionen gemünzt, sondern auf die Wahlbeteiligung. Die stieg  im kleinsten Flächenland von 61,6 auf 69,7 Prozent. Das macht ein wenig Hoffnung für die Landtagswahl bei uns am 7. Mai  in Schleswig-Holstein. Hier gab es in Neumünster/Boostedt vor fünf Jahren einen katastrophalen Einbruch bei der Wahlbeteiligung von 66 auf 53,7 Prozent. Also nur gut jeder Zweite nutzte 2012 sein Wahlrecht. Und das ist noch nicht einmal der Tiefpunkt! Ein Jahr später, 2013 bei der Kommunalwahl, sackte die Wahlbeteiligung in Neumünster auf unterirdische 39,8 Prozent. In manchen Innenstadt-Stimmbezirken ging nicht  einmal jeder fünfte Wahlberechtigte zur Wahl.  Gewiss: Eine Landtagswahl ist anders als eine Gemeindewahl, und zurzeit  polarisieren eher bundespolitische oder internationale Themen wie Flüchtlinge, Trump, Putin oder Erdogan. Immerhin bewegt Politik die Menschen wieder. Nichts ist schlimmer für die Demokratie als Gleichgültigkeit.

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