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Boostedt : Die ersten Flüchtlinge ziehen im April ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bis zum Mai sollen 350 Menschen in Boostedt Unterkunft finden. Das DRK sucht Personal.

Boostedt | Die Aufnahme von Flüchtlingen in Boostedt wird sich nochmals verschieben. Zuerst war von Januar die Rede, dann hieß es März. Nun sollen die ersten Asylsuchenden am 1. April in Teile der Rantzau-Kaserne einziehen, die zurzeit dafür hergerichtet wird. Das berichtete gestern Ulf Döhring, Leiter der Zentralen Flüchtlingsaufnahmestelle in Neumünster. Boostedt wird sozusagen eine Zweigstelle der Erstaufnahme in Neumünster.

Geplant sei zum 1. April zunächst die Unterbringung von 50 Menschen. Ab Mitte April sollen dann 100 Flüchtlinge auf dem Gelände Unterkunft finden und zum 1. Mai wird die, für die ersten sechs Häuser vorgesehene Bewohnerzahl von 350 Personen angestrebt. Danach, so der Plan, wird die Zweigstelle der Neumünsteraner Zentrale bis Jahresende auf eine Kapazität von 500 Bewohnern aufgestockt.

Die zeitliche Verzögerung sei dabei den aufwendigen, rechtlich notwendigen Ausschreibungsverfahren sowie auch der logistischen Umsetzung geschuldet. „Maßgeblich für die Belegung des Geländes ist nach wie vor die adäquate Ausstattung der Unterkunft zu der in Neumünster“, erklärte Döhring.

Menschlich enttäuscht ob der Situation der Flüchtlinge, aber in gleichem Maße erfreut über die Einhaltung der Absprachen gegenüber der Gemeinde äußerte sich Boostedts Bürgermeister Hartmut König zu dem neuen Termin. „Herr Döhring hat mich am Dienstag davon unterrichtet. Und trotz der schwierigen Situation mit den Container-Notunterkünften in Neumünster ist es mir nach wie vor wichtig, dass in Boostedt keine Flüchtlingsunterkunft zweiter Klasse entsteht“, sagte er auf Anfrage.

Was König allerdings enttäuscht, sind die finanziellen Auswirkungen der Terminverschiebung. Mit dem Einzug vor dem 31. März wären die Flüchtlinge in Boostedt gemeldet gewesen. Damit wäre die Mittelverteilung für die Gemeinde für 2015/2016 mit einem von König geschätzten fünf- bis sechsstelligen Betrag erheblich höher ausgefallen. Der Stichtag für die Einwohnerfeststellung für die Finanzausgleichzahlungen des Landes an die Kommunen ist nämlich der 31. März. „Jetzt werden diese Gelder von Neumünster eingestrichen, und Boostedt wird dann erst 2017 berücksichtigt“, mutmaßte er.

Zum aktuellen Stand der Vorbereitungen auf den Einzug der Flüchtlinge berichtete Döhring, dass eine Reihe von Aufgaben jetzt gelöst sei. „Die Auftragsvergaben an einen Wachdienst sowie auch für die Versorgung der Flüchtlinge sind erfolgt. Auch der Shuttle-Service ist gesichert. In aktueller Vorbereitung befindet sich die medizinische Servicestelle und für die Betreuung hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Zuschlag erhalten“, zählte er auf (der Courier berichtete).

„Bei den Belegungszahlen werden wir Rücksicht auf die Möglichkeiten des DRK nehmen, deshalb fangen wir klein an“, erläuterte er weiter.

Der Vorstand des DRK-Kreisverbandes Neumünster, Sven Lorenz, erklärte, dass mittlerweile viele geeignete Bewerbungen vorlägen. „Diese werden nun geprüft, und es müssen Gespräche geführt werden. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir die benötigten Fachkräfte in absehbarer Zeit zusammenhaben“, sagte er.

Rund 20 Mitarbeiter will das Deutsche Rote Kreuz für Boostedt einstellen. Darunter sind sowohl Hochschulabsolventen aus dem sozialpädagogischen Bereich wie auch Erzieher und Erzieherinnen. „Wichtig ist uns ebenfalls die Zusammenarbeit mit den Hilfsgruppen, die sich bereits vor Ort gebildet haben. Aber zurzeit sind wir noch mit organisatorischen Aufgaben in der grundlegenden Betreuung befasst“, erläuterte Lorenz weiter. Eine erste Kontaktaufnahme soll jedoch bei einer gemeinsamen Begehung der Einrichtung erfolgen. 


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