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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 11:29 Uhr

Bordesholm : Die Eiersammlerin aus Bordesholm

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hilke Ehlers sammelt seit 25 Jahren und hat heute über 1000 Exemplare aus 15 Ländern

Bordesholm | Zu Hause bei Hilke Ehlers (73) gleicht kein Ei dem anderen: Weit über 1000 Ostereier aus 15 Ländern der Welt hat die leidenschaftliche Sammlerin in ihrem Haus am Bordesholmer See. „Zuletzt gezählt habe ich vor drei Jahren, aber es kommen jedes Jahr neue dazu“, sagte sie.

Hilke Ehlers besitzt Hühner-, Straußen- und Enteneier und welche aus Holz, Keramik, Glas und Metall. Dabei ist jedes für sich ein kleines  Kunstwerk. Das Interessante an den filigranen Sammelobjekten ist für sie der kulturelle Hintergrund: „Ich interessiere mich für die Vielfalt der Volkskunst, die sich auf den handgearbeiteten Eiern abbildet.“ So gibt es abstrakte Muster und konkrete Symbole, die bestimmte Bedeutungen haben. „Eine Weizenähre heißt, dass dem Beschenkten eine gute Ernte gewünscht wurde“, erklärte sie.

Die meisten Ostereier hat Hilke Ehlers aus Osteuropa: „Da ist die Volkskunst lebendig geblieben, und die Motive haben sich bis heute erhalten.“ Auch christliche Bilder werden in unglaublicher Feinarbeit auf die aus dem heidnischen Glauben stammenden Symbole für das Leben aufgebracht.

Hilke Ehlers sammelt seit 25 Jahren. Auf die Idee mit den Eiern ist sie über Krippen gekommen, von denen sie ebenfalls eine riesige Zahl hütet. Für ihre Sammlung hat sie sogar ein eigenes Zimmer. Sie reist gerne und bringt sich aus der Ukraine, Ungarn oder Indien die Trophäen mit. Dazu gibt es   Literatur über die  nationalen Eigenheiten.

Die Eier mit der weitesten Anreise hat Hilke Ehlers in China gekauft. „Das sind zwar keine Ostereier, aber Symbole der Welt und des Lebens“, erklärte sie. Eine besonders starke Beziehung hat sie zu Ikonen-Eiern aus Russland: „Es rührt mich an, wenn ich sehe, mit wie viel Liebe die Menschen ihre alltäglichen Gegenstände verziert haben.“

 Auch bei den Ostereiern gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Da sind zum Beispiel Exemplare aus der Slowakei, die mit dem gefärbten Mark des Holunderbusches beklebt sind. Oder ein chinesisches Objekt aus Glas, das von innen bemalt wurde. Sehr gerne mag die Sammlerin auch die sorbischen Eier, die mit einer speziellen Wachstechnik versehen sind. Ihr ältestes Stück ist russisch und stammt  aus dem Jahr 1900. Noch bis Pfingsten sind 200 ihrer Ostereier in einer Ausstellung im Reinbeker Krankenhaus zu sehen.

Für Hilke Ehlers ist Ostern ein sehr wichtiges Fest: „Aus theologischer Sicht ist es bedeutender als Weihnachten, aber im Brauchtum auch unserer Familie liegt  der stärkere Akzent auf Weihnachten.“

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