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Die bunte Janitscharen-Kapelle führte den Festumzug an

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erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Das hatte die Stadt noch nicht erlebt: Eine 30 Musiker und Bannerträger umfassende Janitscharen-Kapelle aus Berlin in traditionellen Uniformen führte am Sonnabend einen Festzug durch die Innenstadt an. Gut 500 Neumünsteraner, meist türkischstämmige Familien, begleiteten die Musiker vom Rathaus über den Großflecken und Kuhberg zum Jugendspielplatz.

Dort feierte die Islamische Gemeinde der Fatih-Moschee über Pfingsten ihr erstes Sommerfest. Als die Musiker eintrafen, waren etwa 800 Gäste auf dem Festplatz. Fazli Tuncer, der Vorsitzende der islamischen Gemeinde, begrüßte die Gäste, unter ihnen Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras.

"Mit dem heutigen Fest bekunden wir unseren Willen zur Integration", sagte Tuncer und forderte sowohl die Mehrheit in Deutschland als auch die Migranten auf, "voneinander zu lernen, Kultur und Religion zu respektieren, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und gemeinsam neue Wege des Zusammenlebens zu finden". Strohdiek erklärte in seinem Grußwort: "Sie demonstrieren mit diesem Fest, dass wir hier gemeinsam leben. Das ist ein Teil echter Integration." Dem stimmte auch der Oberbürgermeister zu: "Schön, dass wir dieses Fest gemeinsam feiern können."

Während noch weitere Reden gehalten wurden, hatten die Mütter und Väter schon mal die Imbiss-Stände mit den köstlichen türkischen Spezialitäten umlagert, um ihre Familien zu versorgen. Die Fleischspieße auf dem Grill dufteten appetitanregend. Güllü Bilekli, Zehra Ozbekles und Ayse Acar hatten alle Hände voll zu tun, um leckere süße Backwaren an die Besucher auszugeben.

Die Kinder belagerten auch die Feuerwehr, um sich beim Zielspritzen zu beweisen. Der Förderverein des Stadtfeuerwehrverbandes war nicht nur zur Unterhaltung auf dem Fest: "Wir möchten neue Kameraden mit Migrationshintergrund werben", sagte Caglar Yerden, der erste Deutsch-Türke in der städtischen Feuerwehr. "Kaum waren wir auf dem Platz, hat sich der erste gemeldet", freute er sich.

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