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Grossenaspe : Die Bürger stellten nur wenige Fragen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Fachleute standen den Bürgern zur Verfügung, um sich über die Situation der Flüchtlinge zu informieren.

Grossenaspe | Die Flüchtlingssituation im Kreis Segeberg, die Verteilung der Asylsuchenden sowie die Betreuung der aktuell 86 Schutzsuchenden vor Ort waren die Themen der Einwohnerversammlung, zu der die Großenasper Gemeindevertretung geladen hatte. Zudem hatten die Bürger bei der Veranstaltung die Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen, Bedenken und Ideen vorzutragen. Doch nur rund 70 Interessierte nahmen dieses Angebot an. Und auch die Kritiker, die sich mit teils unverschämten Briefen und E-Mails bei Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) zu Wort gemeldet hatten, (der Courier berichtete) waren – so schien es – lieber zu Hause geblieben.

Somit beschränkte sich der Austausch zwischen den Besuchern und den Gemeindevertretern, dem Leiter des Ordnungsamtes Sven Klinger sowie dem stellvertretenden Landrat Claus Peter Dieck (CDU) und dem gemeindlichen Beauftragten für Migranten, Holger Altenscheidt (der Courier berichtete), im Wesentlichen auf Informationen zur Flüchtlingssituation im Kreis sowie im Amt Bad Bramstedt Land.

Einige der wenigen Wortmeldungen aus dem Publikum ließen jedoch Sorge gegenüber der allgemeinen Situation erkennen. „Der private Markt an Wohnraum ist leer gefegt. Wo soll zum Beispiel meine Tochter noch eine bezahlbare Wohnung finden?“, fragte Hauke Hedwig als Beispiel. Und Jens Bösche, der sich innerhalb der Kirchengemeinde für die Flüchtlinge engagiert, trieb die Frage um, wie es eigentlich um die Versicherung der Asylbewerber stehe stehe. „Wenn ein Flüchtling einen Schaden verursacht, wird dieser bisher von niemandem bezahlt“, erklärte er. Diese Beiträge machten deutlich, wie vielschichtig sich die Herausforderungen für Politik, Verwaltung und Bürger darstellen.

Zur Stimmung in Großenaspe erklärte Torsten Klinger, dass die Integration der Flüchtlinge dank der vielen ehrenamtlichen Unterstützer bisher gut gelungen sei. „Die Gemeinde hat mit der dezentralen Unterbringung gute Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander geschaffen. Aber die Aufgaben, die die Alltagslotsen übernehmen, kann die Politik nicht leisten. Deshalb sind wir den Helfern sehr dankbar für ihr Engagement“, sagte er. Ein persönliches Fazit zu diesem Abend zog am Ende Birgit Reichard. „Ja, die Probleme sind vielfältig. Aber es sollte doch jedem möglich sein, diesen Menschen einfach Freundschaft anzubieten“, sagte sie.  






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