Stadtplanung : Die Brausebude wird schick gemacht

Seit Ende 2012 steht die kleine Brausebude am Teichufer leer. Jetzt will die Stadt ihr neues Leben einhauchen.
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Seit Ende 2012 steht die kleine Brausebude am Teichufer leer. Jetzt will die Stadt ihr neues Leben einhauchen.

Nach zwei Jahren Leerstand wird das hölzerne Schmuckstück am Teichufer jetzt saniert. Die Stadt sucht einen Pächter mit Ideen.

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11. Juni 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | Der erste Schritt zur Rettung der Brausebude am Teichufer ist getan. Zimmerleute haben in den vergangenen Tagen tragende Eckstützen und vergammelte Holzfundamente des kleinen Ständerwerks vor Karstadt ausgetauscht und das Häuschen wieder abgedichtet. Damit ist der weitere Verfall zumindest gestoppt.

Bei der kleinen Reparatur soll es nicht bleiben: Möglichst noch in diesem Jahr will die Stadt das kleine Holzhäuschen mit dem markanten Holzfachwerk wieder aufpolieren und einen neuen Pächter ausfindig machen.

Die Idee: Das kleine Häuschen in exponierter Lage zwischen Teich und dem Zugang zum Großflecken könnte als kleines Café oder hochwertige Snack-Ecke durchaus seinen Beitrag leisten, die vielbeschworene Brücke zwischen der künftigen Holsten-Galerie und der Innenstadt zu schlagen – quasi als schmuckes Entrée auf halber Strecke.

Damit das funktioniert, will die Stadt bei der Auswahl des neuen Pächters vor allem auf das Konzept und die mögliche Ausstrahlung achten. „Es muss schon etwas Besonderes sein“, unterstreicht Heidemarie Schwäke, die das Projekt für die städtischen Liegenschaften betreut. Ein einfacher Imbiss kommt nicht in Betracht. Entsprechend streng sind die Auflagen: Biertische, Einmalgeschirr und Müllcontainer soll es um Umfeld der Brausebude nicht geben. Im Gegenzug will die Stadt auch die Außenanlage um das vier mal vier Meter große Häuschen aufmöbeln. Künftige Gäste könnten durch Hecken von der Straße abgeschirmt direkt am Teichufer sitzen.

Die ausgefallene Holzbude mit dem Kupferdach ist durchaus kein Fantasieprodukt, sondern hat einen historischen Bezug zur Stadt: Sie erinnert an die Brausebuden, die ab 1880 auch in Neumünster Passanten mit Erfrischungen versorgten. Die Bude am Teich ist dabei einem Original nachempfunden, das zum Ende des 19. Jahrhunderts am Eingang zur Holstenstraße stand. Ein privates Betreiberpärchen hatte es 2002 errichten lassen, um an die Tradition des Brauseverkaufs anzuknüpfen, war damit aber letztlich gescheitert. Ende 2012 war die Bude dann – zehn Jahre nach ihrem Bau auf städtischem Grund – an die Stadt zurückgefallen. Seither steht sie leer.

Schöner Blickfang

Auch mit kleinen Schritten kann man ans Ziel kommen. Die kleine  Brausebude am Teichufer  wird – auch kräftig aufgehübscht – nicht gleich dazu führen, dass die Massen aus der künftigen Holsten-Galerie in die City stürmen. Aber sie könnte ein kleiner Baustein auf dem Weg  sein,  Galerie und Innenstadt enger miteinander zu verknüpfen. Als  Blickfang taugt sie allemal  – wenn man  denn tatsächlich mehr aus ihr macht als einen weiteren  Schnellimbiss.

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