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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 13:03 Uhr

Poetry Slam : Die Botschaft hieß: Traut Euch!

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wort-Akrobat Björn Högsdahl übte mit Holstenschülern den Dichterwettstreit und motivierte sie zum öffentlichen Auftritt

„Ich finde die Theaterworkshops großartig“, schwärmt Mirjam Hünninghaus. Die Lehrerin für Deutsch und Geschichte an der Holstenschule sitzt in einer Ecke des Klassenraumes und lauscht begeistert den Vorträgen ihrer Schüler. „Im Unterricht wird ja meistens analytisches Denken gefordert. Während des Workshops ist aber vor allem Kreativität gefragt. Und was hier an Kreativität freigesetzt wird, überrascht mich total“, freute sich die Lehrerin. Denn gestern Vormittag, zwischen 9 und 13 Uhr, war der bekannte Wort-Akrobat Björn Högsdahl zu Gast in der Holstenschule, um einen Workshop in der Kunst des Dichterwettstreits Poetry Slam zu geben.

21 Zehntklässler waren dem Angebot gefolgt und sprühten sofort vor Ideen, nachdem Högsdahl erläutert hatte, worauf es beim Verfassen und Vortragen eigener Texte ankommt. Dominic Thomsen hatte sich das aktuelle Thema Abhörskandale vorgenommen. Kurz „NSA“ betitelte der Fünfzehnjährige seinen Text, den er mit verstellter Computerstimme vortrug.

Seine Mitschülerin Jane Vonderschmitt hielt es allgemeiner. Ihr Text „Single sein“ beschrieb das Gefühl junger Frauen zwischen Stolz, Trotz und Verzweiflung. Von ihren Mitschülern ernteten beide großen Applaus, und auch Björn Högsdahl war begeistert von den Resultaten nach nur drei Stunden der gemeinsamen Arbeit. „Traut Euch!“ motivierte er die Schüler. Abends sollte nämlich der U20-Poetry-Slam auf der Bühne im Theater der Stadthalle stattfinden – eine einzigartige Gelegenheit für die Schüler, ihre Texte öffentlich vorzutragen. „Es gibt keine Zensur und keine Barrieren. Wir Slammer sind eine solidarische Szene“, beschrieb Högsdahl die Stimmung während eines Wettstreits. Das überzeugte beispielsweise auch Viktoria Behmenburg: Sie entschied sich spontan, ihren Wintertext abends auf der Bühne des Theaters vorzutragen.

„Ist die Begeisterung der jungen Menschen für Lyrik und Prosa nicht fantastisch?“, fragte Mirjam Hünninghaus am Ende der Veranstaltung sich und die anderen begeistert. Sie hatte ein Gutes daran getan, ihre Schüler gleich zu Beginn des Schuljahres für den kostenlosen Workshop anzumelden. Denn inzwischen sind die Jugendangebote, die innerhalb des Projektes „Theaterstürmer“ stattfinden, heiß begehrt. Das Anliegen der Stadt und ihres Unterstützers, den Stadtwerken, junge Menschen für Kultur zu begeistern, ist bereits im zweiten Jahr seines Bestehens ein voller Erfolg geworden.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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