Boostedt : Die Boostedter Speeldeel muss die Saison absagen

Die Aktiven der Boostedter Speeldeel suchen neue Mitstreiter, damit sie bald wieder auftreten können. Marc Asbahr (obere Reihe von links), Georg Widmann, Ralf Saffenreuther und Hauke Stender sowie Sylvia Mordhorst (unten links) und Anke Stölting wollen unbedingt weiter Theater spielen.
Die Aktiven der Boostedter Speeldeel suchen neue Mitstreiter, damit sie bald wieder auftreten können. Marc Asbahr (obere Reihe von links), Georg Widmann, Ralf Saffenreuther und Hauke Stender sowie Sylvia Mordhorst (unten links) und Anke Stölting wollen unbedingt weiter Theater spielen.

Die plattdeutsche Laienspielgruppe muss wegen eines Krankheitsfalls auch die für Juni geplanten Termine streichen.

shz.de von
30. Mai 2015, 10:00 Uhr

Boostedt | Die Boostedter Speeldeel hat Sorgen. Nach der krankheitsbedingten Absage der Aufführungen im Winter muss die plattdeutsche Laienspielgruppe nun erneut durch einen Krankheitsfall auch die für Juni geplanten Termine absagen.

„Seit dem vergangenen Jahr ist bei uns der Wurm drin. In beiden Fällen sind uns Hauptdarsteller ausgefallen. Diese waren nicht zu ersetzen. Deshalb haben wir uns jetzt schweren Herzens entschlossen, die Saison auszusetzen“, erklärte Schaupielerin Anke Stölting.

Es sind jedoch nicht nur die ungeplanten Ausfälle, die der traditionsreichen Truppe, die seit 1956 existiert, Kummer machen. Insgesamt fehlt es den verbliebenen Mitgliedern an Aktiven auf und hinter der Bühne. „Wir suchen Schauspieler, aber auch Techniker, die sich für den Bühnenbau sowie Licht und Ton interessieren“, zählte Schauspieler Hauke Stender auf.

Zurzeit gehören rund ein Dutzend Akteure der Speeldeel an. „Damit ist eine komplette Produktion kaum zu schaffen“, lautete hier die einhellige Meinung. Überlegt habe man auch, zukünftig vielleicht auf Hochdeutsch zu spielen. „Doch letztlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir das Plattdeutsche auf keinen Fall aufgeben wollen. Wir sehen uns da in der Tradition der Gruppe, die immer schon dafür Sorge trug, dass die plattdeutsche Sprache gepflegt und unter die Leute gebracht wurde. Außerdem haben wir unseren Spaß eben op Platt und nicht auf Hochdeutsch“, erklärte Mitstreiterin Sylvia Mordhorst.

Dennoch: Aufgeben wollen die Boostedter natürlich nicht. „Es macht solchen Spaß zu spielen. Schon bei den Proben wird bei uns viel gelacht. Und es ist reine Freude, wenn man das Publikum begeistern kann. Deshalb hoffen wir jetzt auf neue Mitstreiter, die diese tollen Erlebnisse mit uns teilen möchten“, warben die Akteure für das Theaterspielen.

Interesse an der plattdeutschen Sprache sollten die Neuen schon mitbringen. Doch Platt sprechen müssen sie nicht unbedingt. „Keine Bange, das kann man lernen. Man muss nicht damit aufgewachsen sein. Ich selbst verstehe Platt zwar gut, aber so im Alltag frei schnacken, das kann ich auch nicht. Dennoch klappt es in den Rollen prima“, verriet dazu Schauspielerin Anke Stölting.

Wer Lust bekommen hat, einmal bei der Boostedter Speeldeel vorbeizuschauen, hat am 9. Juni ab 19 Uhr dazu die Gelegenheit. Die Gruppe trifft sich dann in ihrem Requisitenarsenal in Boostedt am Dorfring 32. Jeder Interessierte ist dort zum Reinschnuppern herzlich willkommen.


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