Trappenkamp : „Die besten Ideen habe ich nachts“

Elfie Böge (70) aus Trappenkamp sitzt im Sessel in ihrer Bibliothek und zeigt ihren ersten veröffentlichten Roman „Horizont der Ewigkeit“.
Elfie Böge (70) aus Trappenkamp sitzt im Sessel in ihrer Bibliothek und zeigt ihren ersten veröffentlichten Roman „Horizont der Ewigkeit“.

Elfie Böge aus Trappenkamp hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Heute findet im Gemeindesaal eine Lesung mit Rahmenprogramm statt.

shz.de von
04. Mai 2015, 07:30 Uhr

Trappenkamp | Elfie Böge (70) aus Trappenkamp hat einen Jahrzehnte alten Traum wahr gemacht: Vor 30 Jahren hat sie die ersten Seiten eines Romans handschriftlich verfasst, dann die Seiten in der Schublade verwahrt und vor einem halben Jahr wieder aufgegriffen, um die Geschichte zu beenden.

„Das schwirrte mir seit langer Zeit im Kopf herum, ich musste es verwirklichen“, sagt die Schriftstellerin über die Veröffentlichung ihres Debüts „Horizont der Ewigkeit“. Der Entwicklungsroman ist im März erschienen. Er erzählt die tragischen Lebensgeschichten eines Vaters und seines Sohns. Das Ende der Beziehung zwischen beiden: Vater Howard stirbt in den Armen seines Sohnes Kent, nachdem sich beide eine halbe Stunde kannten.

Elfie Böges Lieblingsinsel in der Nordsee, Föhr, ist dabei der reale Handlungsort für die ansonsten fiktive Geschichte. Die belesene Rentnerin, die eine 5000 Bände umfassende Bibliothek in ihrem Haus in Trappenkamp besitzt, kann sich nicht über mangelnde Einfälle beklagen. „Die besten Ideen habe ich nachts. Dann schießt mir etwas in den Kopf, und die Geschichte steht. Oft saß ich bis 2 Uhr in meinem Arbeitszimmer und habe geschrieben“, berichtet die gebürtige Ostpreußin aus Heydekrug. Auch die literarische Umsetzung bereitet ihr keine Mühe, die 250 Seiten ihres Erstlings hat Elfie Böge in einem halben Jahr zu Papier gebracht.

„Das Schicksal des arg gebeutelten Vaters und des blinden Sohnes war an manchen Stellen ausweglos und schwer zu ertragen“, erklärt Elfie Böges Mann Jochen, der nicht nur strenger Erstleser des Manuskripts seiner Frau war, sondern auch als Verlagsvertreter arbeitet. „In der ersten Fassung gab es kein gutes Ende, aber die meisten Leser mögen das nicht, daher habe ich die Geschichte umgearbeitet und im Epilog gibt es dann doch Erfreuliches“, meint die Autorin. „Auch meine ursprüngliche Titel-Idee ‚Wehe den Verlorenen‘ haben wir gemeinsam geändert.“

Die Mutter dreier Töchter hatte immer ein Händchen für das geschriebene Wort: „Ich habe schon als junges Mädchen Geschichten geschrieben. Meine Mathelehrerin hat mich sogar ermutigt, weiter zu schreiben – im Unterricht“, erinnert sich die Autorin lachend.

„Mir kam es darauf an, eine nachvollziehbare Handlung aufzubauen und keine langweiligen Stellen entstehen zu lassen“, erklärt die ehemalige Prokuristin eines Verlags, die bis vor zwei Jahren in Boostedt gelebt und mit ihrem Mann bis 2008 dort die Buchhandlung geführt hat. „Selbst meinen sehr kritisch lesenden Töchtern hat der Roman gefallen“, sagt Elfie Böge, die neben dem Schreiben eine Leidenschaft für das Sammeln besonderer Teddybären hat und auch gerne Akkordeon spielt. „Sehr gefreut hat mich außerdem das Lob des Verlegers, der meinte, dass man dem Buch die Liebe anmerkt, mit der es geschrieben wurde.“ Einen zweiten Roman hat die Autorin bereits in petto – heruntergeschrieben in wenigen Nächten, er muss nur noch gedruckt werden. 

Am heutigen Montag, 4. Mai, stellt Elfie Böge ab 19.30 Uhr im Gemeindesaal Trappenkamp, Am Markt 3, in einer Lesung ihr Buch vor. Neben einer weiteren Autorenlesung stellt sich der Zauberberg-Verlag vor, und es gibt musikalische Begleitung sowie Häppchen, Wein und Wasser.

Elfie Böge: Horizont der Ewigkeit. 2015 im Zauberberg Verlag, 249 Seiten.
 

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