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Boostedt/Rickling : Die Belastung für die Wehren wächst weiter

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Amt Boostedt-Rickling macht sich der demografische Wandel bemerkbar. Viele aktive Feuerwehrleute wechseln bald in die Ehrenabteilung. Die Jugendarbeit wird deshalb vorangetrieben.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Boostedt | Der demografische Wandel, immer mehr Alarmierungen sowie die schwindende Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, treibt auch die Freiwilligen Feuerwehren im Amt Boostedt-Rickling um. Das machte Amtswehrführer Jörg Nero auf der Jahreshauptversammlung deutlich. „Regulär hochgerechnet werden in den kommenden zehn Jahren mehr als 40 Kameraden in die Ehrenabteilungen überstellt“, erklärte er. Das sind annähernd zehn Prozent der zurzeit Aktiven.

Deshalb sei es besonders erfreulich, dass 2014 elf neue Kameraden und Kameradinnen aufgenommen werden konnten. „Damit steigt die Zahl der Aktiven endlich wieder an“, führte Nero vor den rund 80 Kameraden im Feuerwehrgerätehaus Rickling aus. Mit 144 Anforderungen fuhren die zehn Wehren 2014 deutlich weniger Einsätze als im Vorjahr (2013: 237). „Doch dies ist lediglich auf die fehlenden Stürme zurückzuführen. Insgesamt steigt die Anzahl der Alarme seit Jahren an. Es hat sich eingebürgert, dass man, wenn man nicht mehr weiter weiß, die Feuerwehr ruft“, sagte Nero. Neben 31 Bränden rückten die 378 Einsatzkräfte 81 Mal zur technischen Hilfeleistung aus. Sechs Mal wurde Fehlalarm ausgelöst und unter Sonstiges waren 26 Einsätze zu verbuchen.

Der Fokus liege weiterhin auf der aktiven Mitgliederwerbung. Die gute Jugendarbeit in den Wehren gehe hier mit gutem Beispiel voran, lobte der Amtswehrführer die Arbeit in den Jugendwehren Groß Kummerfeld und Boostedt. Auf der Agenda für das laufende Jahr stehe jedoch auch die gute Vernetzung unter den Aktiven sowie die allgemeine Zufriedenheit der Kameraden.

Für Unmut sorgt nach wie vor die Diskussion um die Offenlegung der Kameradschaftskassen, wie sie im neuen Brandschutzgesetz vorgesehen ist. „Wir werden das genau beobachten und unsere Zustimmung nur geben, wenn die Lösung zu uns passt. Ansonsten muss sich die Landesregierung auf massiven Widerstand gefasst machen“, erklärte hier Kreiswehrführer Holger Gebauer.

Positive Bilanzen zogen der Ausbildungsfachwart Michael Strate und der Leiter der Gefahrguterkundungseinheit (GEE) Uwe Jeßen (beide Heidmühlen). Ein neuer Ausbildungslehrgang für Anwärter startet im Mai. Rund 40 Teilnehmer sind bereits gemeldet. Jeßen warb zudem für den Einsatz in der GEE. „Wir brauchen nicht nur CSA-Träger (Chemikalienschutzanzug), sondern auch Kräfte, die diese unterstützen. Denn es braucht allein schon zwei Mann, um diese einzukleiden“, sagte er.

Bei den Ehrungen wurde Amtsvorsteher und Feuerwehrmann Geert Uwe Carstensen, der seit Kurzem der Heidmühlener Ehrenabteilung angehört, für seine Verdienste um die Wehr mit dem Schleswig-Holsteinischen Ehrenkreuz in Silber geehrt. Ausgezeichnet und gleichzeitig wegen Umzugs verabschiedet wurde der Hauptfeuerwehrmann Finn-Nicklas Kratt, der zehn Jahre der Ricklinger Wehr angehörte. Sören Westphal (Latendorf), wurde zum Oberlöschmeister befördert.

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