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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 01:33 Uhr

Stadtplanung : Die Bäume am Teich kehren zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bauausschuss entscheidet im April über die Bepflanzung auf der Promenade / Die Mehrheit will der Empfehlung des Naturschutzbeirates folgen

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Fünf Jahre nach dem Umbau der Uferpromenade wird das Teichufer aller Voraussicht nach wieder mit Bäumen bepflanzt. Nach Informationen des Couriers zeichnet sich dafür im bestimmenden Bau-, Planungs- und Umweltausschuss eine knappe Mehrheit ab. Der Ausschuss entscheidet in seiner Sitzung am 3. April.

Sollten sich die Befürworter einer Neubepflanzung durchsetzen, könnten vermutlich ab Winter 2015/2016 zwischen 14 und 20 junge Säuleneichen das nördliche Teichufer säumen. Die Promenade würde sich wieder dem Vorbild aus dem 19. Jahrhundert annähern. Damals wurde das Teichufer vermutlich von Pappeln gesäumt.

Bis zur Umgestaltung der Teichuferanlage vor fünf Jahren wurde das Ufer von zuletzt 13 bis zu 80 Jahre alten Linden geprägt, die allerdings zum Teil krank waren. Experten räumten den Bäumen noch eine Lebenserwartung von fünf bis zehn Jahren ein. Die Stadt entschied sich daher, mit der Neugestaltung der Uferpromenade auch die Bäume zu ersetzen, konnte sich mit ihrer Idee einer „lichtdurchfluteten“ Ginkgo-Reihe aber nicht durchsetzen. SPD und Naturschutzverbände plädierten stattdessen für einheimische Laubbäume. CDU und FDP gefiel die neue Promenade schließlich am besten ganz ohne neue Bäume – sie setzten sich im Ausschuss durch.

Neu entfacht wurde die Debatte vor wenigen Wochen durch einen neuen Vorstoß der Verwaltung. Weil nicht alle 26 Ersatzbäume, die die Stadt für Abholzungen rund um das neue Parkhaus an der Kaiserstraße verlangt, vor Ort gepflanzt werden können, hatten die Stadtplaner vorgeschlagen, 14 Säuleneichen auf die Promenade zu setzen – diesmal zum Nulltarif für die Stadt. Der Bauausschuss hatte die Entscheidung über die Ersatzpflanzungen in seiner Januarsitzung vertagt und wollte erst die Meinung des städtischen Naturschutzbeirats einholen. Dessen Votum fiel jetzt einstimmig aus: Der Naturschutzbeirat empfiehlt, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen.

SPD und Grüne wollen das auf jeden Fall tun, um die Promenade atmosphärisch aufzuwerten. „Die Aufenthaltsqualität würde deutlich verbessert, die Promenade attraktiver“, sagte Heidemarie Stephan (SPD), die bereits 2009 vehement für neue Uferbäume plädiert hatte. Auch BFB /Piraten kündigten an, den Verwaltungsvorschlag zu unterstützen, um den „etwas trostlosen Zustand ohne Bäume“ zu beenden, wie Fraktionschef Jörn Seib unterstrich. Damit steht rechnerisch eine Mehrheit für eine Neubepflanzung: SPD, Grüne und BFB/Piraten haben im Bauausschuss sechs von elf Stimmen.

Die FDP hat sich noch nicht entschieden: „Wir sind für eine klare Front“, sagte Dr. Wolfgang Stein, neuer FDP-Vertreter im Ausschuss. Allerdings könne er sich auch eine Zustimmung für die Bäume vorstellen, „wenn sie den Bereich gestalterisch nur gliedern und die Fassade nicht verdecken“, sagte Stein.

Lediglich die CDU will ohne Wenn und Aber an der freien Sicht über den Teich festhalten. „Um den Blick über den Teich beneidet uns manche Komune“, sagte Ratsfrau Helga Bühse. Viele Bürger hätten die Schönheit des Teiches bis 2009 gar nicht bewusst wahrgenommen, sagte sie. Die übrigen Ersatzbäume könnten auch auf der anderen Uferseite gepflanzt werden, etwa vor der Terrasse der Stadthalle.

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