zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 01:11 Uhr

Grossenaspe : Dichtungen werden getauscht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach dem Gülleunfall in Brokenlande: Neue Dichtungsringe für die Biogasanlage werden eingebaut. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Grossenaspe | Nach dem Gülle-Unfall in Brokenlande werden seit vorgestern neue Dichtungen eingebaut. Außerdem dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Betreiber, Christian Saul, an (der Courier berichtete).

Ende Januar war ein Fermenter auf der „Ara Biogasanlage Brokenlande“ havariert. Dadurch liefen etwa zwei Millionen Liter Gärstoffe aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Gewässerverschmutzung.

Christian Saul bestätigte jetzt auf Anfrage eine Durchsuchung seiner Geschäftsräume in der vergangenen Woche. „Zurzeit ermittelt die Bezirkskriminalinspektion (BKI) Kiel weiterhin wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gewässerverschmutzung“, erklärte Saul. Er sei sich jedoch sicher, nicht gegen geltendes Recht gehandelt zu haben. „Die Dichtung, deren Herausrutschen den Unfall verursachte, ist zugelassen und von einer Fachfirma eingebaut worden. Aber es bleibt jetzt abzuwarten, was die Ermittlungen ergeben“, sagte er.

Auf den Vorfall reagiert hat allerdings vorsorglich das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Segeberg. Diese hatten mit der Stilllegung der Anlage gedroht, sollten die Dichtungen in den Behältern nicht, nach Vorgabe durch das LLUR ausgewechselt werden.
Diese Montagearbeiten werden zurzeit unter der Aufsicht des Tüvs Nord vorgenommen. Die bisher verwendeten Gliederdichtungen werden dabei durch geschlossene Pressringdichtungen ersetzt. „Diese maßgeschneiderten Dichtungen halten eine höhere Druckbelastung aus und nehmen gleichzeitig durch Sicherungslaschen das Eigengewicht des Ventilrohrs aus“, erklärte Florian Twele, der als Anlagenmechaniker mit der Installation beauftragt ist.

Auf Anfrage beim Tüv Nord erklärte der zuständige Gutachter Detlev Dusör: „Die Kontrolle der Installationen ist für Freitag vorgesehen. Dennoch bleiben auch dann einige Fragen an den Betreiber offen.“

Im Hinblick auf das verbaute Material in Biogasanlagen erläuterte der Fachmann außerdem, dass es noch nicht genügend Erfahrungen mit Biogasanlagen gebe. „Deshalb ist hier noch so viel erlaubt und wenig konkret geregelt“, erklärte er.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen